Zu Labor und Nahrungsergänzungsmittel trotzdem noch mal:
- nicht zu viel Labor machen. Referenzwerte werden an der „Gauschen Normalverteilung“ und da an der 2,5ten und 97,5ten Perzentile der Normalbevölkerung, oder bei manchen Parametern (z.B. Cholesterin) therapeutischen Zielen, die für die Mehrheit gelten angelegt. Was aber bedeutet, 5 % der Normalen liegen außerhalb dieser „Norm“.
Je mehr Parameter ich messe, um so eher wird ein Wert außerhalb liegen, bei dem vielleicht als Individuum persönlich „normal“ bin und trotzdem aus „der Norm falle“. Bei 100 Parametern sollten also statistisch 5 Auffälligkeiten auftreten, die keine Bedeutung haben und dann häufig abgeklärt werden und im Zweifel große Verunsicherung erzeugen.
- Schilddrüse: für normale Menschen reicht das TSH. Ist das normal ist die Schilddrüse gesund. fT3 und fT4 können bei Stress und anderen Gründen auch schon mal abweichen.
- beim Cholesterin ist es anders. Das Gesamtcholesterin kann in die Irre führen. Insbesondere die Damen, aber nicht nur die können ein ganz normales LDL-Cholesterin (landläufig schlechtes) haben und ein hohes HDL. Die Konstellation ist unkritisch. Ein normales LDL mit erniedrigtem HDL ist schon kritischer.
- mal was ergänzendes, ein erhöhtes Lipoprotein (a) ist ein hoher Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit (KHK). Da es eine genetische Veränderung ist, reicht meist eine einmalige Kontrolle, sofern normal. Ist es erhöht, sollte man bisher, noch stärker andere Risikofaktoren vermeiden, da es nicht therapiert werden kann. Aber es sind nun endlich Medikamente in Sicht.
- Über Zielwerte für Vitamine und Mineralstoffe kann man trefflich streiten. Da ist auch extrem viel Manipulation im Markt, die Du beim Blutdruck unterstellst.
- Blutdruck: Die Absenkung des diastolischen Wertes hat handfeste Gründe. Darüber steigt das Risiko für KHK und andere Gefäßerkrankungen deutlich an. Das hat die Pharmafirmen natürlich gefreut, wurde aber nicht von denen getriggert. Außerdem glaube ich verdienen die inzwischen deutlich mehr an Patienten mit manifester KHK mit Stents etc.. Ja Betablocker können die Libido beeinträchtigen, aber vielleicht besser als gar keine Libido mehr, weil in der Kiste, oder Depression nach schwerem Infarkt.
- einen sehr wichtigen Faktor hast Du in dem Zusammenhang noch gar nicht erwähnt, den Ruhepuls. Je höher der Ruhepuls, umso höher das Risiko für eine KHK. Ziel ist 60. Leider sind die Mittel der Wahl bei erhöhtem Ruhepuls auch Betablocker.
Noch bin ich von allem verschont geblieben. Aber ich gebe zu, dass ich auch auf Vitamin D, Folsäure und Arginin und Taurin ( nicht als Energy Drink) setze. Erstere weil ich zu viel drinnen bin und die Versorgung in der Regel mangelhaft ist, letzteres vielleicht aus Spleen.
Bei allem anderen, versuche ich das möglichst aus der gesunden Ernährung, also natürlich zu gewinnen. Denn die synthetischen Ergänzungen können oft mehr schaden, als nützen. Bestens schon lange belegt für das wichtige Antioxidans Vitamin E. Hoher natürliche Zufuhr wirkt schützend. Als man Raucher dann mit künstlicher Zufuhr hinsichtlich Lungenkrebs schützen wollte, hatte die Verumgruppe mehr Krebs. Natürliches Vitamin E ist eine ganz Gruppe unterschiedlicher „Stoffe“, synthetisch ist es meist nur ein Produkt. Es zeigt sich inzwischen, dass das für ganz viele Vitamine und Nährstoffe gilt, platt gesagt: natürlich gut, synthetisch schlecht.
So genug von dem, was wir dagegen tun.
Wie ist es denn bei Euch wirklich Mitte der 40er und Anfang der 60er Lebensjahre gewesen? Gab es Veränderungen, sind da mehr „Alterserscheinungen“ aufgetreten, vielleicht ja auch nur subtil. Sind das vielleicht die Zeiten gewesen, wo ihr plötzlich angefangen habt „gesünder zu leben“, weil es Euch komisch ging?