Liebe SD, mal Hand auf’s Herz: Wo fängt Suchtverhalten in Sachen SB an, und was kann man dagegen tun?
Meine Erfahrungen als SD begannen im Jahr 2017 auf MSD. Damals stieß ich durch Zufall auf das Konzept und die Seite: Meine damalige Frau hatte eine Affäre, und ich wollte ihr Verhalten schnell und ohne großen Aufwand spiegeln. Nach zwei Tagen hatte ich ein interessantes SB in Ingolstadt gefunden, mit dem ich mich einen Tag später traf. Half das in Bezug auf meine Frau? Ja, denn sie war erschüttert, dass ich mir jemanden gesucht hatte. Zwei Wochen und viele Diskussionen später beendete sie ihre Affäre, und wir zogen nach NRW.
2020 kam es dann zur finalen Trennung. Statt mich sofort bei Tinder anzumelden, um Ersatz zu finden, erinnerte ich mich an MSD. Zu einfach, zu verlockend. Das Profil war schnell eingerichtet, perfekte Fotos rausgesucht und VIP gebucht. Der Erfolg blieb nicht aus: Nach einem halben Jahr hatte ich rund 1.500 Küsse, Fragen und Freischaltungsanfragen erhalten. Die Flut an Auswahl führte zu einem „Paradox of Choice“: Ich wusste gar nicht, wie ich noch eine halbwegs vernünftige Auswahl treffen sollte. Deshalb schaltete ich eher zufällig frei, und sehr restriktiv.
Irgendwann spürte ich, dass ich durch MSD nicht emotional satt wurde. Ich aß mich hungrig und erkannte, dass nur ein konsequentes Abmelden helfen würde. Das schaffte ich auch und hatte ein halbes Jahr später wieder eine feste Partnerin. Gegen Ende der Beziehung wieder das gleiches Spiel: MSD angeworfen, jede Menge Zuspruch bekommen, scheinbar emotional versorgt. Dann, nach einem halben Jahr, die Erkenntnis: Im Laufe der Zeit hatte ich ungefähr 50 Frauen von MSD getroffen – aber glücklich hatte mich das nicht gemacht.
Also war mein Fazit: Ich bleibe bei dem SB, mit dem ich am besten harmoniere – und treffe mich nicht mehr mit anderen. Das hat sich ausgezahlt. Auf eine feste Beziehung habe ich zwar immer noch keine Lust, aber das Suchtverhalten habe ich abgestellt. Und ja, ich sehe es bei mir persönlich als Suchtverhalten an, viel Zeit am Rechner zu verbringen und ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick zu sein. Insofern bin ich happy, endlich den Absprung geschafft zu haben. Selbsterkenntnis und Selbstdisziplin waren meine Helfer.
Wie geht es Euch damit, kennt Ihr solche Situationen?