Es geht darum, dass es auch Menschen gibt, die als INTERSEX geboren werden, also nicht eindeutig dem typisch weiblichen (XX) oder männlichen (XY) zuzuordnen sind. Bei AGS kann es sein, dass ein Mädchen mit einem kleinen Penis geboren wird, obwohl es eigentlich XX ist. Meinst du nicht, dass man dann etwas verwirrt sein kann, welchem Geschlecht man in unserer binären Welt dann angehört?
Ich würde das hier gerne etwas versachlichen.
Etwas vereinfacht gilt:
a) Das genetische Geschlecht wird Genotyp genannt (XX oder XY; YY ist nicht lebensfähig). XY codiert normalerweise Testosteronbildung o.ä..
b) Das Aussehen, ob männlich oder weiblich wird Phänotyp genannt. Hierzu muss man verstehen, dass sich mit Testosteron das Aussehen eines Jungen bildet. Ist kein Testosteron vorhanden, entsteht ein Mädchen. Hinweis: Die Mutter hat kein Testosteron. Merkvers: Frauen entstehen aus einem Mangel an Testosteron (
!Macho!
).
Bei Störungen im Hormonhaushalt stimmen Genotyp und Phänotyp nicht unbedingt überein. Die Störung kann aber genetisch bedingt sein, da zur Hormonbildung mehr Gene als nur XX oder XY nötig sind. Interessanterweise fühlen sich die Personen meist dem Geschlecht des Phänotyp zugehörig.
Die gesellschaftliche Diskussion gilt aber der sogenannten Geschlechtsidentität bzw. welchem Geschlecht sich die Person zugehörig fühlt. Diese kann vom Phänotypen abweichen. Darüber warum die Geschlechtsidentität vom Phänotypen abweicht, gibt es verschiedene Vermutungen z.B. Prägungsphase 12.-18. Monat.
Die Geschlechtsidentität hat prinzipiell nichts mit Störungen der Genetik (XXX, XXY o.ä.) zu tun.
Interessieren tut dabei aber meines Erachtens nur, ob derjenige unter einer differenten Geschlechtsidentität leidet. Wenn derjenige leidet, kann man evtl. versuchen den Phänotypen nachzuziehen.
In wie weit eine differente Geschlechtsidentität früher "unterdrückt" oder heute "Mode" ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Nur das Leiden des Betroffenen zählt.