Beiträge von kaffeestrauch

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    Soweit ich weiß siehst du lediglich die Email adresse bei PayPal

    Genau so ist es.


    Aber die Dame war tatsächlich so doof, mit ihren richtigen Namen und im Videochat sogar ihr richtiges Geburtsdatum zu nennen. Kater hat mir heute die Personenabfrage in Berlin gemacht (grossen Dank!), sie wohnt tatsächlich in Berlin, Geburtsdatum stimmt überein. Ich schlafe nun mal darüber und überleg mir dann das weitere Vorgehen.


    Die Sache ist seltsam: War sie sich so sicher, dass ich die Sache einfach auf sich bewenden lasse? Ihr richtiger Name ist problemlos zu ergoogeln als Studentenvertreterin ihrer Hochschule.


    War am Ende die Anzeige "storniert" auf den Onlinetickets ein Fehler der DB, und sie blockte mich auf allen Kanälen aus Schreck, dass das ganze nun eskalieren würde? Nee, daran glaub ich definitiv nicht, vorher glaub ich an den Weihnachtsmann. (Allerdings wird sie, wenn ich sie konfrontiere, sicher genau dies als Ausrede bringen und mich als "den Bösen" hinstellen.)


    Aber ich verstehe nicht, wie man so ein krummes Ding mit seinem realen Namen dreht. Sie muss doch auch nach 10x "hat geklappt" damit rechnen, dass mal jemand auf die Idee kommt, den Ticketstatus zu checken, Screenshots zu machen und sie zu googeln. Oder bin ich so ein Ausnahme-Nerd?

    Deepdate, du liegst natürlich völlig richtig - wie schon oben gesagt: Es war (sau)dumm von mir, Geld zu senden. Keine Frage. Zumal mich der Fall aber nun dahingehend interessiert, ob die Dame so blöd war, mir ihren Namen zu nennen (wenn ja, dann würde ich sie gerne etwas "kitzeln" im Sinne von "auf dass sie damit aufhört"), und ob/wie ich die 200 Euro zurück bekomme (was aber letztlich sekundär ist), investiere ich da gern etwas Zeit. Wenn ich schon so doof war - und es werden sich bestimmt andere finden - dann soll wenigstens "die Allgemeinheit" ein wenig profitieren und der jungen Dame soll's ne Lehre sein, dass man mit Betrug nicht unbedingt durchkommt.


    An alle - da ich nicht DE-Bürger bin, aber gern eine Abfrage im Berliner Melderegister nach dem mir genannten Realname machen würde, wozu man offenbar eine eID braucht ("Für den gelegentlichen (privaten) Nutzer ist die eindeutige Identifizierung der anfragenden Person über die eID-Funktion des Personalausweises erforderlich")... würde mir jemand mit vorhandener eID-Funktion den Gefallen tun? Überweise nach erfolgter Auskunft gerne die 5 Euro Gebühren plus TG (hahaha) via SEPA-Zahlung oder Paypal oder Revolut.

    Mich stören am meisten die Fakes und Scammer und dass man diese Credits selten rückerstattet bekommt.


    Kleine Geschichte von heute Abend zur Abwechslung: Da ich gerade Zeit und Lust hatte, einen Scammer hinzuhalten, hab ich es getan und hatte viel Spass dabei :)


    Masche ist immer gleich: Man merkt, dass die Person eine Übersetzungssoftware benutzt und Du/Sie verwechselt, schnell nach Telegram / Google Chat fragt und angibt, vor einem echten Treffen eine innige Beziehung online aufbauen zu wollen. Konkreten Fragen wird ausgewichen. Ich hab schon bei der 3. Nachricht vermutet, dass die Person mit VPN im Senegal oder der Elfenbeinküste oder so sitzt und von mir aus auf Französisch gewechselt.


    (Ach ja, kennt ihr den Film "Die Verschwundene" / "Seules les bêtes"? Grandiose Verflechtung mehrerer Geschichten, u.a. mit einem Hinterhofscammer in Afrika. Weil man das hier schreiben darf: Nebenbei mit einer wunderschönen und oberscharfen Nadia Tereszkiewicz in einer der Hauptrollen.)


    Da war die Grammatik dann plötzlich mehr oder weniger fehlefrei. Habe der Person meinen Telegram-Usernamen gegeben und um einen Videocall gebeten - der Scammer hatte dann tatsächlich den Nerv, ein Video IRGEND eines Models von seinem Laptop abzufilmen und dabei zu versuchen, lippensynchron zu sprechen. Was natürlich alles andere als gelang. Das war echt zum Totlachen! :D


    Ich bat dann noch um ein aktuelles Bild aus meiner Stadt, wo sich die Person angeblich aufhält, und in der man Deutsch spricht. Es kam dann ein irgendwo geklautes Video aus einer französischen Stadt (alles auf FR angeschrieben) mit falschem Tageslicht (Person behauptete, es sei soeben aufgenommen worden).


    Ich hab dem Scammer dann zum Schein angeboten, ihn mit Infos zu versorgen, wie er es hinbekommt, weniger rasch aufzufliegen. Der Youtuber "Pleasant Green" schafft es immer wieder, mit Scammern in einen sinnvollen Dialog zu treten und denen ein paar Infos zu entlocken. Ich war leider nicht erfolgreich - der arnaqueur blieb dabei, "Andrea" zu sein und sich beleidigt zu fühlen ;)


    Ich hab ihn noch gefragt, in welchem Land er denn sei und was er für ein VPN verwende... er meinte nur "C’est où la Côte d’Ivoire ??" :saint:


    Nun hoffe ich nur, dass der MSD-Support morgen nicht erst am Mittag tätig wird.

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    Ein Anruf bei der Uni ist zwecklos. Seitdem die DSGVO gilt, kommst du mit dem Versuch nicht weiter.


    Naja, wenn ich dort jemandem sage "richten Sie XY bitte folgendes aus"... und die Nachricht dann auch weitergeleitet wird - ohne dass ich Namen hören will oder Bestätigungen körperlicher Merkmale (klar, dass ich damit nicht durchomme)... dann dürfte die Dame schon hellhörig werden.


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    Hast du das instaprofil mal kontaktiert?


    Da es verwaist ist, erachte ich dies als sinnlos. Ich kann sie ja jederzeit per gmail und über spontan eröffnete Telegramkanäle, die sie noch nicht geblockt hat, kontaktieren.

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    Würde ich in die Statistik allerdings alle Kontaktaufnahmen einbeziehen, dann wäre das Ergebnis eindeutig negativ. Denn überall wimmelt es von Fakes oder Frauen die einen SB Kontakt mit Onlyfriends verwechseln.


    Da schliesse ich mich 100% an. Die Dates mit erotischem Kontakt, die zustande kamen, waren allesamt toll - mit gewissen negativen Punkten wie "plötzlich sollten die Preise steigen" (kann man ablehnen und abhaken) oder "8 Jahre älter als angegeben" (egal, wenn das Gesamtpaket stimmt).


    Etwas Regelmässiges (über Jahre) ergab sich aber leider nur mit einer Dame, da stimmt es dafür 100%ig (best sex ever und sehr schöne Gespräche). Etwas ähnliches ging leider zu Ende, als die Frau eine feste Beziehung einging. Und eine SB-Beziehung wandelte sich einmal in eine "normale" Beziehung - dauerte immerhin ein Jahr.


    Das Gesamtbild ein wenig trüben tut der grosse Aufwand, sich mit Fakes und "antwortet plötzlich nicht mehr trotz sehr nettem Anfangskontakt mit Aussicht auf Date" auseinander zu setzen. Aber da bin ich wohl einfach zu sensibel, andere Haken das sicher leichter ab.


    Der Tiefpunkt war sicher eine Französin, die ich regelmässig traf - der Kontakt war super und nett, bis sie mir 2x nacheinander innert weniger Wochen schon fix gebuchte Hoteldates absagte und mich dann auch ohne weiteren Kommentar blockte. Da zweifelt man dann schon am Zustand der Menschheit.

    Danke für all eure Antworten.


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    „Kaffeestrauch“ müsste daher schlüssige Indizien dafür vorlegen, dass das Sugarbabe von Anfang an die Absicht hatte, lediglich das Geld zu kassieren und das Ticket gar nicht zu erwerben. Das Problem dabei: Sie könnte jederzeit behaupten, sie sei beispielsweise krank geworden und hätte die Reise deshalb nicht antreten können. In einem solchen Fall wäre der Betrugsvorwurf schwer zu beweisen.


    Zumal ich den Chatverlauf mit Screenshots habe, die entsprechende Timestamps beinhalten, dürfte das zu beweisen sein (ausser ein Gericht fände, dass Screenshots einfach zu manipulieren seien). Das Ticket war 5 Minuten annulliert worden, nachdem sie das Geld hatte.


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    Der Hinweis mit dem Mahnverfahren ist sehr wertvoll, da ich Schweizer bin und mit den lokalen Gegebenheiten in DE bislang wenig vertraut. Hier kommt wohl allerdings noch ein Problem dazu:


    Hier Berlin (funktioniert😋)

    https://olmera.verwalt-berlin.…ewesen/webclient/app/emra

    ... funktioniert bei mir a) nicht (Umleitung und dann Fehlermeldung) und b) müsste ich wohl einen DE-Personalausweis vorzeigen können. Kater, würdest du mir kurz aushelfen? Wenn ja, sende ich dir die Angaben, die ich habe, als PN.


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    Dass die Staatsanwaltschaft daher den Vorgang, falls es überhaupt bis dahin kommt, ergebnislos einstellt.


    Damit reche ich selbstverständlich auch. Zuerst muss ich aber mal rausfinden, ob ich wirklich ihren realen Namen habe. Ein Anruf bei der Studierendenschaft ihrer Uni dürfte allenfalls helfen, das mache ich demnächst. "Das Mitglied XY des Referates X ist vermutlich Opfer eines Identitätsbetrugs, jemand zockt unter ihrem Namen Leute auf Datingplattformen ab, könnten Sie sie bitten, mich anzurufen?" - Falls es tatsächlich die betroffene Dame ist, rechne ich mit einer schnellen Überweisung.


    Die Zahlungsfrist von heute 10 Uhr hat sie ungenutzt verstreichen lassen.


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    Da die Anzeige online gestellt werden kann würde ich sie wohl stellen, aber wahrscheinlich mehr um für mich zu wissen das ich was versucht habe, so wie Kaffeestrauch u.a. hier die Threads erstellte.



    Genau.

    Danke, cool - das sind doch mal handfeste, nützliche Tipps! Da ich kaum jemals Paypal benutze, wäre es mir egal, ein neues Konto einzurichten.


    Lehrgeld: Ja, klar. Ist schon verbucht :)


    Anzeige: Hast du's schon mal versucht? Ruft denn nicht wenigstens ein Beamter dort an, falls das Realname stimmt?


    Habe hier nun mehr Infos eingestellt.

    Danke für deinen Input, Damien. Es war vermutlich ein iPhone, wie am Ladegerät kurz zu erkennen war (ihr Akku war plötzlich leer). Chat via Telegram. Mein Gefühl ist, dass sie einfach genau weiss, wie gut sie Männer um den Finger wickeln kann, und die Masche macht, solange sie kann, da es früher schon mehrfach geklappt hat. DeepFake wäre hochinteressant, aber für mich eher undenkbar hier.


    Vielleicht kommt ja dann ein grosses "AAAAH, DIE...", wenn ich sie in den "tieferliegenden" Foren oute. Sie hat mir sogar ein genaues Geburtsdatum genannt, als ich sie nach dem Jahrgang fragte und es Smalltalk über Sternzeichen gab. Mal schauen, ob das dereinst eine Rolle spielen könnte.


    Habe übrigens gerade einen Freund gebeten, ihr über seinen Telegram-Account die Nachricht von mir zukommen zu lassen, dass sie bis morgen 10 Uhr das Geld via Paypal zurück überweisen möge, bevor ich weitere Schritte erwägen würde. Sie hat's jedenfalls gemäss den Häkchen gelesen. On verra.

    Betrug § 263 BGB hört sich genau nach dem an, was hier passiert ist - danke, marcin. Zumal man bei der Berliner Polizei auch online eine Anzeige einreichen kann offenbar, werde ich das wohl tun. Ob ich vorher noch bei der Uni anrufe, weiss ich noch nicht. Ich werde zuerst mal fragen, ob ich im "versteckteren Bereich" des Forums mittun kann und schauen, ob es hier auch noch andere Geschädigte gibt.


    Und Kater: Krasse Geschichte. "...wie berechnend und skrupellos manche Menschen handeln können, wenn es um Geld und persönliche Vorteile geht" - genau. Solchen Menschen müsste man möglichst das Handwerk legen - und sei es, dass sie durch Besuch von der Polizei zumindest so eingeschüchtert sind, dass sie damit aufhören. Es geht mir nicht primär um die 200 Euro, die kann ich verschmerzen, sondern um die Skrupellosigkeit.

    Danke, Ojbimbo. Die Peinlichkeit scheue ich nicht - eher den Aufwand. Aber mal schauen.


    Der Aufwand war alles in allem wohl doch überschaubar, wenn ich es nochmals durchdenke. N'paar 2-3minütige Audios, 15 Minuten Videocalls. Und es ist tatsächlich so, wie du sagst: Pro Woche 1-2x sowas durchziehen und einen ausgezeichneten Zusatzverdienst haben.


    Zumal man aber wohl immer wieder gesperrt wird und jeweils neue Profile erstellen muss, würde ich als Ermittler wohl sagen, dass die kriminelle Energie hier insgesamt recht hoch ist. Ich finde, solch skrupellosen Menschen müsste man das Handwerk zumindest zu legen versuchen, auch wenn ich als Hauptprobem definitiv meine Leichtgläubigkeit ausmache.

    Man hat mich in einem anderem Thread motiviert, für diese neue Betrugsmasche einen separaten Post zu machen.


    Ich habe mich bislang für komplett immun gegen Betrugsversuche gehalten. Nun bin ich doch reingefallen. Die Betrugsmasche lief über die Deutsche Bahn. Nicht gerade ein zu erwartender Angriffsvektor. Dumm von mir war's natürlich dennoch.


    Ich war definitiv zu gutgläubig - aber der Aufwand, den diese Dame betrieben hat, war immens. Die Frau stellte sich als Berliner Politikwissenschafts-Studentin vor, sie schien auch sehr gebildet und über aktuelle politische Ereignisse wie die Wahl in Brandenburg wohlinformiert. Wir wechselten auf Telegram und tauschten gestern Abend zahllose Audionachrichten aus und hatten heute sogar drei Videochats. Alles passte zusammen, und mir schien der Aufwand für einen Scam irgendwann auch mal viel zu gross. Sie hatte keinerlei Angst, ihr Gesicht und ihre Umgebung zu zeigen.


    Ich bin mir noch nicht sicher, ob sie einen echten Namen angegeben hat (oder ob auch noch ein Identitätsbetrug vorliegt). Es gibt allerdings tatsächlich ein Insta-Profil mit ihrem vollen Namen (drei Vornamen, wovon der eine auch Teil des MSD-Usernamens war) und eine gleichnamige Person an einer Berliner Uni bei der Studierendenvertretung. Ich könnte natürlich versuchen, sie über die Uni zu kontaktieren und sie so wissen zu lassen, dass es mir ernst ist, die Kohle von ihr selbst zurück zu bekommen - aber das ist wohl riskant wegen ner Verleumdungs-Gegenklage und ich müsste wohl - wenn schon - den sauberen Weg über eine Anzeige gehen. Ihre Profilbilder schlugen in der Reverse-Image-Suche nicht an und stimmten mit der Person überein, die ich im Videochat sah. Verdächtig ist allenfalls, dass unter ihrem Namen (sie behauptete, demnächst ihren Master zu machen) keinerlei Publikationen oder Assistenztätigkeiten zu ergoogeln waren und auch kein sinnvolles Linkedin-Profil sichtbar war (nur ein sehr leeres).


    Zurück zu heute Morgen.


    Vereinbart war ein Date mit mir (ca. 7 Bahnstunden weit weg) vor ihrem Semesterbeginn nächste Woche. Sie wolle in meiner Gegend ohnehin noch Freunde besuchen, ob ich ihr denn beim Ticket und Hotel ein wenig finanziell helfen könne, sonst wolle sie nichts. Natürlich läuten da alle Alarmglocken betreffend "Vorschussbetrug" - aber sie machte das sehr perfid: Sie gab vor, DB-Tickets für die Anreise zu kaufen.


    Auf den offenbar nicht manipulierten Screenshots der DB-Spartickets, die sie gebucht hatte, stand zwar "nicht stornierbar", aber jetzt kommt's: tatsächlich sagen die AGB der Bahn, dass alle - auch nicht stornierbare - Online-Tickets innert 3 Stunden nach Kauf stornierbar sind, was ich leider nicht wusste. Scheibenkleister, voll reingetappt.


    Ich zahlte demnach via Paypal 200 Euro als Kostenbeitrag, wobei sie mich vorher sogar per Videocall sehr süss gebeten hatte, ihr den ganzen Betrag von 294 Euro zu bezahlen, da sie doch eine arme Bafög-Studentin sei. Auch da wieder: Da hätte ich stutzig werden müssen. Aber die nicht stornierbaren Tickets waren echt, da war ich mir sicher.


    Die Paypal-Überweisung klappte. Ich war aber dennoch skeptisch und schaute unter der DB-Buchungsnummer und dem Nachnamen auf der DB-Website nach - die Tickets waren tatsächlich kurz nach dem Kauf storniert worden.


    Ich fragte sie umgehend per Videocall, weshalb die Tickets storniert seien. Sie behauptete, nichts storniert zu haben, sie schaue das an und melde sich wieder... blockierte mich nach diesem Anruf aber natürlich umgehend (in Telegram und auf MSD) und löschte den ganzen Chatverlauf. Ich konnte gerade noch Screenshots des ganzen Chats machen, diese wären also als Beweismittel für eine Anzeige durchaus vorhanden. Nur, ob sich der ganze Aufwand lohnt?


    Ich konnte den Scam nur aufdecken, weil mir einfiel, dass ich mit der Auftragsnummer und dem (offenbar echten) Namen den Status der Tickets einsehen kann. Leider aber zu spät, die 200 Euro waren weg. Eine technisch wenig affine Person würde kaum drauf kommen, das zu checken, und würde erwartungsfroh am Bahnhof stehen - und natürlich niemanden antreffen.


    Die Userin habe ich natürlich sofort bei MSD, Gmail, Telegram, bei der DB und Paypal gemeldet. MSD hat die Userin nach etwa 2 Stunden entfernt. Das Geld via Paypal zurück zu bekommen, dürfte unmöglich sein, da es bei solchen Überweisungen keinen Käuferschutz gibt. Zumindest versuche ich ein Chargebackverfahren bei der Kreditkarte, die bei Paypal hinterlegt ist. Wenn ich das ganze mit einer polizeilichen Anzeige untermauere, könnte es gewisse Chancen geben. Vorerst habe ich der Userin über ihre gmail-Adresse mitgeteilt, dass sie bis morgen um 10 Uhr Zeit hat, die Kohle zurückzuzahlen, ohne dass ich weitere Schritte einleite.

    Hallo goodfellow - ja, genau das ist mein Plan.


    Paladin: Danke. Dass es meine Dummheit ist (da braucht es auch keine Anführungszeichen, das *ist* schlicht dumm von mir), ist klar - aber zumindest möchte ich dazu beitragen, dass es nicht auch anderen passiert. Und wenn ich eine echte Anzeige vorlege, manifestiere ich gegenüber dem Zahlungsanbieter, dass es mir ernst ist und es kaum irgend ne Racheaktion ist.


    Ich bin mir noch nicht sicher, ob es ihr echter Name ist oder auch noch ein Identitätsbetrug. Es gibt allerdings tatsächlich ein Insta-Profil mit ihrem vollen Namen (drei Vornamen, wovon der eine Teil des MSD-Usernamen war) und eine gleichnamige Person an einer Berliner Uni bei der Studierendenvertretung.


    Ich könnte natürlich versuchen, sie über die Uni zu kontaktieren und sie so wissen zu lassen, dass es mir ernst ist, die Kohle von ihr selbst zurück zu bekommen - aber das ist wohl riskant wegen ner Verleumdungs-Gegenklage und ich müsste wohl den sauberen Weg über eine Anzeige gehen.


    Ihre Profilbilder schlugen in der Reverse-Image-Suche nicht an und stimmten mit der Person überein, die ich im Videochat sah. Verdächtig ist allenfalls, dass unter ihrem Namen (sie behauptete, demnächst ihren Master zu machen) keinerlei Publikationen oder Assistenztätigkeiten zu ergoogeln waren und auch kein sinnvolles Linkedin-Profil sichtbar war (nur ein sehr leeres).

    Hallo zusammen. Bin neu hier - und weiss daher nicht, ob das ein eigenes Topic verdient hat oder ob ich hier SB-Usernamen nennen darf.


    Wie auch immer: Ich finde die Scam-Prävention auf MSD definitiv ein grosses Ärgernis. Ich bin schon vielen vermutlich in Afrikanischen Hinterhöfen sitzenden VPN-Usern begegnet und frage mich, ob es tatsächlich keine technische Handhabe dagegen gibt. Immerhin reagiert der MSD-Kundendienst recht schnell, wenn man den Schverhalt schildert. Aber dann hatte man meist schon viel sinnlos betriebene Kommunikation.


    Aktuell: Ich habe mich bislang für komplett immun gegen Betrugsversuche gehalten. Nun bin ich doch reingefallen. Die Betrugsmasche lief über die Deutsche Bahn. Nicht gerade ein zu erwartenden Angriffvektor.


    Ich war definitiv zu gutgläubig - aber der Aufwand, den diese Dame betrieben hat, war immens. Die Frau stellte sich als Berliner Politikwissenschafts-Studentin vor, sie schien auch sehr gebildet und über aktuelle politische Ereignisse wohlinformiert. Wir wechselten auf Telegram und tauschten gestern Abend zahllose Audionachrichten aus und hatten heute sogar drei Videochats. Alles passte zusammen, und mir schien der Aufwand für einen Scam irgendwann auch mal viel zu gross. Sie hatte keinerlei Angst, ihr Gesicht und ihre Umgebung zu zeigen.


    Vereinbart war ein Date mit mir (ca. 7 Bahnstunden weit weg) vor ihrem Semesterbeginn. Sie wolle in meiner Gegend ohnehin noch Freunde besuchen, ob ich ihr denn beim Ticket finanziell helfen könne, sonst wolle sie nichts. Natürlich läuten da alle Alarmglocken betreffend "Vorschussbetrug" - aber sie machte das sehr perfid: Sie gab vor, DB-Tickets für die Anreise zu kaufen. Auf den offenbar nicht manipulierten Screenshots der DB-Spartickets, die sie gebucht hatte, stand zwar "nicht stornierbar", aber tatsächlich sagen die AGB der Bahn, dass alle - auch nicht stornierbare - Online-Tickets innert 3 Stunden nach Kauf stornierbar sind, was ich leider nicht wusste.


    Ich zahlte demnach via Paypal 200 Euro als Kostenbeitrag, wobei sie mich vorher sogar per Videocall sehr süss gebeten hatte, ihr den ganzen Betrag von 294 Euro zu bezahlen, da sie doch eine arme Bafög-Studentin sei. Auch da wieder: Da hätte ich stutzig werden müssen. Aber die nicht stornierbaren Tickets waren echt, da war ich mir sicher.
     
    Die Paypal-Überweisung klappte. Ich war aber dennoch skeptisch und schaute unter der DB-Buchungsnummer und dem Nachnamen auf der DB-Website nach - die Tickets waren tatsächlich kurz nach dem Kauf storniert worden.


    Ich fragte sie umgehend per Videocall, weshalb die Tickets storniert seien. Sie behauptete, nichts storniert zu haben, sie schaue das an und melde sich wieder... blockierte mich nach diesem Anruf aber natürlich umgehend (in Telegram und auf MSD) und löschte den ganzen Chatverlauf. Ich konnte gerade noch Fotos des Chats machen, diese wären also als Beweismittel für eine Anzeige durchaus vorhanden. Nur, ob sich der ganze Aufwand lohnt?


    Ich konnte den Scam nur aufdecken, weil mir einfiel, dass ich mit der Auftragsnummer und dem (offenbar echten) Namen den Status der Tickets einsehen kann. Leider aber zu spät, die 200 EUR waren weg. Eine technisch wenig affine Person würde darauf kaum kommen, das zu checken, und würde erwartungsfroh am Bahnhof stehen und niemanden antreffen.


    Die Userin habe ich natürlich sofort bei MSD, Gmail, Telegram, bei der DB und Paypal gemeldet. MSD hat die Userin nach etwa 2 Stunden gesperrt. Zumindest versuche ich ein Chargebackverfahren bei der Kreditkarte, die bei Paypal hinterlegt ist.