Lasst die Kirche mal im Dorf:
„Sildenafil wird überwiegend hepatisch durch die Isoenzyme CYP3A4 und CYP2C9 metabolisiert. Grapefruitsaft wiederum ist ein schwacher Hemmstoff der CYP3A4-Stoffwechsels in der Darmwand und kann eine geringe Steigerung des Sildenafil-Plasmaspiegels bewirken.„
Die Betonung liegt auf gering.
Der Hinweis gilt vor allem für Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie PAH, die das Zeugs dauerhaft und mehrmals täglich nehmen, weil sie so wieder mehr Sauerstoff ins Blut bekommen. PDE-5 Rezetoren gibt es auch in der Lunge.
„Eine gleichzeitige Einnahme von Sildenafil und Grapefruitsaft wird nicht empfohlen. Eine Arztrücksprache ist nicht notwendig. Der Anstieg der Sildenafil-Plasmaspiegel ist nur gering und eine Dosisanpassung im Falle der Behandlung der PAH nicht notwendig.“
Wenn man das Zeugs natürlich übermäßig, in viel zu hohen Konzentrationen einwirft, mag die Grapefruit vielleicht das Fass zu überlaufen bringen.
Und nein, ich würde mir diese Erkrankung nicht wünschen, um Viagra oder die anderen dauerhaft auf Rezept zu bekommen. Ob Du damit noch Lust auf Hochleistungssport im Bett hast, bezweifele ich.
Und noch ein Hinweis:
„Die Einnahme anderer Arzneistoffe kann jedoch eine Dosisanpassung erfordern. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn eine andere Therapie nicht in Frage kommt. CYP3A4-Hemmer wie Erythromycin oder Saquinavir erfordern eine Dosisanpassung auf zweimal täglich 20 mg Sildenafil. Der HIV-Protease-Hemmer Saquinavir kann eine 140-prozentige Steigerung der maximalen Plasmakonzentration (Cmax) bewirken. Wird Clarithromycin eingenommen, kann eine Anpassung auf einmal täglich 20 mg in Erwägung gezogen werden..“
Wie bei jedem Medikament gilt: Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker. Überlegt was ihr tut. Lasst Euch individuell beraten und bedenket oder besprechet es mit dem Arzt und Apotheker, wenn ihr ein neues Medikament bekommt oder auch „frei verkäuflich“ Euch selbst zuführt.