Hallo zusammen,
nun ist der Zeitpunkt gekommen, die bisherigen Gedanken zu bündeln und zusammenzuführen. Feedback ist nach wie vor unbedingt erwünscht.
Welche Probleme gibt es derzeit?
Fakes
Einige von euch schilderten, dass MSD zu wenig gegen Fakeprofile unternehmen würde. Ich habe mir einen frischen Testaccount registriert und kann bestätigen, dass es hier an der einen oder anderen Stelle ganz offensichtlich ist, dass die Damen nicht echt sind und auch nicht das anbieten wollen, was sie beschreiben. Für die Damen ist es schwierig herauszufinden, ob ein potentieller SD echtes Interesse an einer SD/SB-Beziehung hat oder ob er einfach ein bisschen schauen möchte.
Qualität/Art der Teilnehmer
Ein Sugardaddy wünscht sich keine professionelle Sexarbeiterin. Auf MSD und anderen Portalen vermischt sich dies oft (ebenfalls selbst beobachtet).
Auf der Gegenseite haben die Damen keine Möglichkeit, die finanziellen Verhältnisse des Gegenübers zu prüfen.
Anbahnung/Lange Chats/Warten auf Antworten
Die Kontaktaufnahme mit vielen Damen erweist sich als schwierig, da sie entweder schlecht erreichbar sind oder durch eine Vielzahl von Nachrichten überschwemmt werden. Chatverläufe ziehen sich mitunter, weil immer wieder die eigentliche Erwartungshaltung geklärt werden muss, bevor es um das eigentliche Kennenlernen geht.
Wenn ich das zusammenfasse, bleibt übrig: Die Zahl der Teilnehmer, die auf dem Portal unterwegs sind, ist zu hoch - bzw existieren zu viele Profile von Menschen, die entweder Betrugsabsichten haben oder eigentlich etwas anderes, also direkten Paysex, suchen.
Erste Ansätze
Das Problem lässt sich vor allem dadurch lösen, die Teilnahme stärker zu filtern:
1. Eine Altersverifizierung ist notwendig, um beide Seiten zu schützen. Zusätzlich könnte dadurch vermieden werden, dass eine Person sich mehrfach anmeldet.
2. Eine Mitgliedschaft sollte kostenpflichtig sein. Jetzt ist der Streitpunkt bisher ja gewesen: Für wen? Auf einer solchen Webseite suchen zahlungskräftige Männer attraktive Frauen. Ob die Attraktivität nur durch Äußerlichkeiten definiert wird, entscheidet jeder für sich. Letztlich, so abstoßend es sich anhört, sind die Damen aber das Angebot, was gesucht wird. In der Regel wird eine junge Dame keine hohen Mitgliedschaftsbeträge zahlen können oder wollen, denn sie such finanzielle Vorteile, keine weiteren laufenden Kosten. Ein Pfandsystem hat für mich wenig Mehrwert, wenn eine Verifizierung verpflichtend wäre.
3. Die Angabe von Mindestinformationen sollte verpflichtend sein. Was wird gesucht? Was wird geboten? Was sind Dinge, die unbedingt ausgeschlossen sind?
Entscheidend wäre nun, den Anmeldeprozess dennoch nicht zu kompliziert werden zu lassen.
Mein Gedanke bisher:
Die Anmeldung fragt ab, welches Geschlecht die Person hat und in welcher Rolle sie sich auf der Seite bewegen möchte. Zusätzlich wird eine Email-Adresse und ein Passwort gefordert.
Nach der Anmeldung beantwortet jeder Teilnehmer ein Set von Fragen. Dabei gibt es Pflichtfragen (fett) und freiwillige Angaben:
Sugardaddies:
- Welches Geschlecht wird gesucht?
- Welches Budget steht zur Verfügung?
- Ist sexueller Kontakt gewünscht?
- Welche Altersspanne wird bevorzugt?
- In welchem räumlichen Umfeld wird gesucht?
- Sollte ein gewisses Bildungsniveau erfüllt werden?
- Gibt es körperliche Präferenzen (Gewicht, Haarfarbe, ...)
Jede Frage kann gewichtet werden: Eher unwichtig, eher wichtig, unverhandelbar.
Sugarbabes:
- Welches Geschlecht wird gesucht?
- Welchen finanziellen Gegenwert erwarte ich?
- Ist sexueller Kontakt möglich?
- Welche Altersspanne wird bevorzugt?
- In welchem räumlichen Umfeld stehe ich zur Verfügung?
- Sollte ein gewisses Bildungsniveau erfüllt werden?
- Gibt es körperliche Präferenzen (Gewicht, Haarfarbe, ...)
Jetzt fällt auf: Die Fragen an beide Parteien sind - bis auf die Formulierung - identisch. Das ist wunderbar, denn so kann ein Algorithmus wundervoll arbeiten.
Und das wäre jetzt auch der Ansatz: Anstatt nicht enden wollende Profillisten zu durchforsten prüft der Algorithmus, wer eher zueinander passen würde. Dabei sind die Gewichtungen keine ausschließenden Faktoren - bis auf die Gewichtung "unverzichtbar".
Das bedeutet: Wenn ich Frauen mit einem gewissen Bildungsniveau bevorzuge, erhalte ich auch Frauen vorgeschlagen, die dieses Niveau nicht erreichen, jedoch erfolgt dieser Vorschlag mit niedrigerer Priorität und wird weniger prominent platziert.
Die Angaben sollen dazu führen, dass:
- Ich nur echte Profile angezeigt bekomme, die meinen Vorstellungen hinreichend genug entsprechen
- Ich keine Zeit damit verschwende, Chats mit Personen zu führen, die das, was ich suche, nicht bieten können oder wollen
Natürlich kann ein Mitglied aber auch lügen. Angenommen, eine Dame möchte nur Bilder verkaufen, möchte ihren Wirkungskreis jedoch erhöhen, indem sie angibt, sexuelle Kontakte zu wünschen. In diesem Fall kann das Profil gemeldet werden. Der angegebene Grund kann dann geprüft werden. Gibt es Häufungen eines Grundes (gibt an, sexuellen Beziehungen offen gegenüber zu sein, verlangt aber, dass man vorher Bilder kauft), kann das Profil einen Shadowban erhalten, wird also für einen gewissen Zeitraum vom Suchalgorithmus ausgeschlossen, bis eine manuelle Prüfung das Gegenteil ergibt.
Dieses Szenario ist natürlich auch in die andere Richtung denkbar: Wünscht sich ein Mann eine Sexarbeiterin ("wie viel kostet eine Stunde?") kann auch dies gemeldet werden.
Entscheidend ist, dass die wenigen Fragen ehrlich beantwortet werden, denn darauf basierend funktionieren sowohl die Suchaufträge als auch die Bewertungssysteme.
Was ist denn eigentlich das Ziel?
Vor diesem Hintergrund habe ich mich gefragt: Welchen Mehrwert bietet ein solches Portal gegenüber MSD? Die Antwort auf diese Frage muss zwingend kurz und einprägsam sein, ansonsten hätte ein neues Portal keine Chance.
Meine Antwort: Sugardating ohne den ganzen Mist. Ich registriere mich, beantworte eine überschaubare Zahl von Fragen und erhalte Vorschläge, die meine Zeit wert sind.
Als Babe:
- Mir werden Sugardaddies vorgeschlagen, keine Freier
- Meinem Gegenüber ist klar, was ich anbiete, somit muss ich nicht tausenden Anfragen antworten, sondern erhalte Vorschläge, die ein hohes Potential haben, mich zu meinem Ziel zu führen
- Ich kann Anfragen melden, wenn sie nicht in mein Profil fallen oder offenkundig Fehlinformationen beinhalten. Durch die halbautomatische Bearbeitung muss ich mich mit weniger Nutzern auseinandersetzen, bei denen ich den Kontakt für sinnlos erachte
Als Sugardaddy:
- Die Vorschläge sind echt. Ich erhalte keine Anfragen von Männern aus fernen Orten
- Ich kann sicher gehen, dass mein Gegenüber volljährig ist
- Das Matching hilft mir, meinerseits Zeit zu sparen und sorgt für weniger Frustration
- Ich kann Nutzerinnen melden, die ganz offensichtlich unwahr auf die Fragen geantwortet haben und mich - beispielsweise - betrügen möchten. Durch die halbautomatische Bearbeitung bleiben somit weniger Fakeprofile vorhanden
Was bereits vorhanden ist
Ich war in den letzten Tagen nicht untätig. Ich habe Datenmodelle und Prozesse skizziert und das Folgende abgeschlossen:
- Anmeldesystem: Ein Nutzer kann sich anmelden und dabei Geschlecht und Rolle wählen und Bilder hochladen
- Soziodemographische Angaben: Wie alt ist der Nutzer, in welcher Branche ist er tätig, in welcher Region bewegt er sich, welchen Bildungsstand hat er/sie?
- Fragebogen: Der angesprochene Fragebogen ist erstellt und der Matching-Algorithmus ist in sehr früher Form in Arbeit
Bisher existiert für diese Funktionen eine Testabdeckung von 100%, was in der zukünftigen Entwicklung von Vorteil ist.
Nun seid ihr an der Reihe: Welchen Eindruck habt ihr bisher von dem, was ihr hier lest?