Beiträge von Novellist

    Hallo zusammen,


    ich beobachte in letzter Zeit eine Veränderung auf Tinder und würde dazu gerne die Perspektive von sowohl SDs als auch SBs hier im Forum hören.


    Gefühlt wird Tinder aktuell von Profilen sehr junger Frauen (Anfang 20) überschwemmt, die explizit „traditionelle Rollenbilder“, „Princess Treatment“ und eine männliche Versorgerrolle einfordern. Sätze wie „Keine 50/50-Typen“, „Keine Spaziergänge als Date“ oder eine offene Abneigung gegen geizige Männer gehören mittlerweile fast zum Standard. Diese Erwartungshaltung ist ja normalerweise eher auf klassischen Sugar-Plattformen (wie MSD oder Seeking) zu finden.


    Mich würden eure Erfahrungen und Beobachtungen dazu interessieren. Mutiert Tinder langsam zu einem „Seeking-Light“, oder ist das Ganze nur eine kurzlebige Social-Media-Illusion?


    Als ich eine KI (Gemini) zu dieser soziologischen Verschiebung befragt habe, kamen ein paar interessante, tiefere Analysen und Studien zum Vorschein, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

    1. Die Gegenbewegung zu „Low-Effort-Dating“

    Aktuelle Analysen (u.a. im InClub Magazine) beschreiben, dass vor allem die Gen Z eine extreme Müdigkeit gegenüber modernen, unverbindlichen Dating-Konzepten wie „Situationships“ entwickelt hat. Große Medienberichte (wie im The Guardian) setzen sich intensiv mit dem viralen „Princess Treatment“-Trend auseinander. Der Ursprung liegt in einer tiefen Frustration von Frauen über sogenanntes „Low-Effort-Dating“ (z. B. unpersönliche 30-Minuten-Dates im Park). Über Bewegungen wie den „Sprinkle Sprinkle“-Trend (Shera Seven) wird vermehrt ein „Soft Life“-Ansatz gefordert: Männer sollen wieder investieren, die Führung übernehmen und Dates komplett planen.

    2. Die Sehnsucht nach maskuliner Führung und Versorgerrollen

    Das Institute for Family Studies (IFS) hat in Zusammenarbeit mit YouGov eine umfassende Studie zu den Beziehungsansprüchen der jüngeren Generation (18–29 Jahre) durchgeführt. Die Ergebnisse untermauern genau das, was sich auf Tinder zeigt: Trotz eines modernen Alltag- und Gleichberechtigungsverständnisses stimmten über 70 % der jungen Frauen (und Männer) explizit zu, dass sie von einem Mann die traditionelle Rolle des „Beschützers“ erwarten. Die Studie zeigt schwarz auf weiß, dass Frauen bei den Kriterien (insbesondere finanzielle Stabilität und Reife) deutlich wählerischer geworden sind und passive Männer rigoros ausfiltern.

    3. Die Normalisierung von „Sugaring“ im Mainstream

    Dass transaktionale und klassisch-luxuriöse Beziehungsmodelle gesellschaftlich völlig akzeptiert werden, ist längst ein soziologisches Forschungsfeld. Eine im Fachmagazin Media and Communication veröffentlichte Forschungsarbeit zeigt, wie Plattform-Ökonomien (TikTok, Tinder & Co.) dazu beitragen. Studien (u.a. auf ResearchGate veröffentlicht) belegen, dass vor allem Studentinnen das Modell des Sugar-Datings heute als absolut legitime, clevere und „drama-freie“ Möglichkeit sehen, um einen gehobenen Lebensstil zu führen, ohne sich auf die unzuverlässigen Dynamiken des modernen Standard-Vanilla-Datings einzulassen.

    Meine Fragen an die Runde:

    1. An die SDs: Habt ihr das Gefühl, dass das „Freestyling“ auf Tinder dadurch leichter oder schwerer geworden ist? Sind diese „Princess Treatment“-Mädels tatsächlich offen für echte Arrangements, oder wollen sie einfach nur den Luxus-Vanilla-Lifestyle abgreifen, ohne zu verstehen, wie das Prinzip von Geben und Nehmen im Sugar-Dating funktioniert?
    2. An die SBs: Merkt ihr, dass dieser massive Zustrom von Vanilla-Frauen, die auf Tinder plötzlich „die Tasche“ fordern, dem Ruf von echten, niveauvollen SBs schadet?

    Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Meinungen

    Hallo zusammen,


    Sind Scammer heutzutage technisch schon so weit, dass sie absolut realistische, personalisierte Fotos und Videos fälschen können?


    Dass normale Profilbilder oft geklaut sind, ist ja bekannt. Aber wie sieht es mit personalisierten „Beweisen“ aus?


    Hier zwei Beispiele, die mir zuletzt passiert sind:


    1. Einer Frau, deren Mutter angeblich krank ist und mit Krebs im Krankenhaus liegt, habe ich ein Gedicht auf Englisch geschrieben (den Text auf ihrem Bild). Sie war so sehr davon begeistert, dass sie mir sagte, sie wollte mein Gedicht einrahmen lassen und sie schickte mir ein Bild davon. Ihr Bild sieht absolut realistisch aus. Leider hat sich im späteren Verlauf herausgestellt, dass sie die anderen Bilder, die sie mir geschickt hat, geklaut waren. Aber die Frage bleibt: Wie hat sie (oder er) das gemacht mit dem Bild? Die Details (natürliche Hand, Licht, Spiegelungen auf dem Glas) wirken unglaublich realistisch.


    Hier das Bild: https://ibb.co/v6mNP9B1


    2. Eine andere, mit der ich schon länger konversiere, schickte mir vor kurzem ein Video, welches auch unglaublich realistisch aussieht. Aber ich bezweifle trotzdem, da ich weiß (sie hat es mir ganz offen gesagt), dass sie auf Insta eine halbe Million Fans hat.


    Hier das Video: https://streamable.com/g71nxr


    Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht, dass selbst solche personalisierten Fotos/Videos gefälscht waren? Wo liegen aktuell die Grenzen der Scammer, oder muss man mittlerweile wirklich alles anzweifeln, bis man sich im echten Leben gegenübersteht?


    Freue mich auf eure Einschätzungen und Erfahrungen.


    Hallo,


    Ich kann dir hierzu ganz konkrete, reale Zahlen aus meinen eigenen Arrangements der letzten Monate nennen. Ich pflege derzeit unterschiedliche Kontakte (sowohl feste, regelmäßige Treffen als auch unregelmäßige) und die Verteilung sieht in der Praxis so aus:


    - Das klassische, regelmäßige PPM-Modell (Pay per Meet).


    Meine Ausgaben bei meinem regelmäßigen SB lagen bei den einzelnen Treffen der letzten Monaten bei 200, 250 und einmalig 400 € - je nach Aufwand, Dauer und Anlass des Dates.


    - Die Kennenlernphase & Reise-Arrangements (Fernbeziehung):


    Sobald Distanz im Spiel ist (z.b. wenn mein SB aus dem Ausland kommt und anreisen muss), verschiebt sich das Ganze in Richtung "Vorschuss und Logistik".


    Für ein geplantes Wochenende kamen Beträge von ca. 650 bis 850 € zusammen, noch bevor das eigentliche Date stattgefunden hat.


    Hier musst du als SD bereit sein, finanziell in Vorleistung zu gehen, um dem SB die Sicherheit für die Reise zu geben.


    - Spontane, gelegentliche Treffen:


    Für lockere Verabredungen, die unregelmäßig stattfinden oder bei denen man einfach nur ein kürzeres, schönes Date verbringt, bewege ich mich bisher im Bereich um die 100 bis 200 € für eine kleinere Unterstützung oder Aufmerksamkeit.


    Mein Fazit:


    Die Behauptung, dass SBs pauschal 1.000 € pro Treffen verlangen, spiegelt nicht den Durchschnitt der netten, bodenständigen Frauen wider.


    Wenn du solide und entspannt starten möchtest, solltest du dich an realen PPM-Werten von 200 bis 400 € pro Treffen orientieren. Rechnest du dann noch die Logistik (Flüge, Hotel), hochwertige Restaurants und gelegentliche Unterstützungen (Rechnungen, kleine Geschenke) dazu, solltest du als SD ein monatliches Gesamtbudget von mindestens 1.000 bis 1.500 € parat haben.


    Ich hoffe, dieser reale Einblick hilft dir bei der Orientierung.

    Das Absurdeste an der ganzen Sache ist: Vor wenigen Wochen habe ich noch jede Nachricht dreimal gelesen und darüber nachgedacht.


    Heute schreibe ich parallel mit einer Belgierin, einer Französin, einer Österreicherin, einer Rumänin, einer Spanierin und einer weiteren Kandidatin, deren Profil aussieht wie das Ergebnis einer Kooperation zwischen Vogue und ChatGPT.


    Inzwischen muss ich teilweise nachschauen, wer mir was erzählt hat! Manchmal mische ich die Damen sogar durcheinander. ^^


    Neulich wollte ich einer Dame antworten und brauchte einen Moment, um mich zu erinnern, ob sie nun die Philharmonie-Freundin, die Medizinerin, die Spanierin oder die Flughafen-Kandidatin war.


    Das klingt vermutlich luxuriöser, als es ist.


    Tatsächlich zeigt es eher, wie merkwürdig Online-Dating manchmal funktioniert. Monatelang passiert fast nichts – und dann kommt plötzlich alles gleichzeitig. Nicht nur auf MSD, sondern auch auf Tinder, Bumble und den anderen üblichen Verdächtigen.


    Ich vermute, viele von euch haben dieses Phänomen selbst schon erlebt. Man konzentriert sich wochen- oder monatelang auf eine einzige Person. Und genau in dem Moment, in dem man loslässt, tauchen plötzlich mehrere neue Möglichkeiten auf.


    Ob das Zufall ist, weiß ich bis heute nicht.


    Aber erstaunlich ist es jedes Mal aufs Neue.

    Zwischen Sehnsucht, Scammer und einer verlorenen Weed-Tasche


    Nachdem meine letzte Geschichte über die weißen Schuhe und das Echo einer Sehnsucht so viel Resonanz fand, möchte ich heute eine neue Episode teilen.


    Um zu verstehen, warum mein Kompass in diesen Tagen so heftig ausgeschlagen hat, muss ich kurz zum Anfang zurückspringen. Viele von euch haben mein quälendes Rätselraten der letzten Zeit mitbekommen. Diese Woche kam nun die endgültige Antwort – schwarz auf weiß, respektvoll, aber von einer brutalen Ehrlichkeit.


    Es war nicht die Entfernung, nicht das Geld, keine alltäglichen Missverständnisse, die uns getrennt haben. Die Wahrheit liegt tiefer, in ihrer Vergangenheit: Bevor wir uns kennenlernten, hatte sie eine Verlobung mit einem anderen Mann gelöst. Als wir zusammenfanden, war diese Wunde noch frisch – und während unserer gemeinsamen Zeit, so schön und real sie auch war, stellte sie fest, dass sie emotional noch nicht frei war. Sie hat sich nun entschieden, zu ihrem früheren Verlobten zurückzukehren, um ihr altes Leben und ihr Zuhause wieder aufzubauen.


    Es ist ein endgültiger Abschied, der wehtut, aber er hat mir eine unbezahlbare Klarheit geschenkt: Es lag nicht an mir. Und mit diesem tiefen Atemzug und meiner Antwort, die ich ihr mit erhobenem Haupt und ohne Bitterkeit geschickt habe, schloss sich dieses Kapitel.


    Der Vorhang fiel – und genau in diesem Vakuum zwischen dem Schmerz des Abschieds und der neuen Freiheit begann eine Woche, die mich einmal mehr lehrte, wie bunt, verrückt und vielschichtig dieses Hobby sein kann...


    Kaum war dieses Kapitel abgeschlossen, wurde es wieder turbulent.


    Die perfekte Kulisse aus dem Übersetzer


    Es begann vor wenigen Tagen mit einer Kontaktaufnahme, die sich las wie ein Hollywood-Drehbuch. Eine bildhübsche, junge Frau. Auf den Fotos die pure, unnahbare Ästhetik: Fitnessstudio, perfekt arrangierte Frühstücksteller, Tennis, Yoga. Und dazu eine Sprache, die so glatt, so fehlerfrei und voller poetischer Schmeicheleien war, dass man unwillkürlich stutzig wird.


    Sie schrieb mir Sätze über die Wichtigkeit von tiefer Verbindung und das Erhellen der Zukunft – eine digitale Poesie, die fast zu schön war, um wahr zu sein. Sie deutete an, finanziell vollkommen unabhängig zu sein, sprach vage von geschäftlichen Unterlagen und spiegelte in jedem Satz genau das, was ein Mann in Momenten der Ruhe gerne hört.


    Wir hatten sogar einen kurzen Videocall. Sie lächelte, wirkte schüchtern, legte nach wenigen Minuten wieder auf. Trotzdem blieb bei mir das Gefühl, dass hier sehr viel Fassade für eine High-End-Illusion aufgebaut wird. Jedenfalls habe ich beschlossen, die Sache entspannt zu beobachten und vorerst weder mein Herz noch mein Portemonnaie zu öffnen.


    Der Walzer der Ausreden


    Fast zeitgleich lief der nächste Walzer auf einer anderen Frequenz: Das große emotionale Kino. Eine Dame, die mich nach kürzester Zeit mit einer intensität an Texten überschüttete, die man wohl unter „Love Bombing“ verbuchen muss. Es fielen große Worte, es wurden zuckersüße Bilder geschickt. Die Dynamik wurde handfest, als ein Vorschuss für Bilder und das Budget für ein Flugticket flossen. Doch kaum war das Geld unterwegs, verwandelte sich die Logistik in ein Labyrinth aus bürokratischen Bankproblemen und einer Perioden-App, die im exakt passenden Moment akute Beschwerden und eine Verschiebung diktierte. Die Frage, ob sie tatsächlich am Flughafen stehen wird, bleibt ein absolut phantomhafter Krimi.


    Parallel dazu meldete sich eine Rumänin. Der Start war spektakulär: Innerhalb weniger Minuten bekam ich gefühlt den Inhalt ihres kompletten Fotoalbums zugeschickt. Sie erklärte mir, dass sie Medizin studiert habe und nun ihre Facharztlaufbahn anstrebe. Dann kam relativ schnell das Angebot für „online fun“ via Webcam gegen PayPal-Zahlungen.


    Als ich ihr sagte, dass ich eher an einem realen Treffen interessiert sei und anbot, ein Flugticket zu bezahlen, stellte sich heraus, dass zum Flugticket noch weitere Kosten notwendig wären. Geld für die Anreise, Geld für den Schönheitssalon, Geld für Verpflegung unterwegs und eine Reserve. Irgendwann waren wir bei mehreren hundert Euro Taschengeld zusätzlich angekommen, noch bevor die Reise überhaupt losging. Als ich am nächsten Morgen schrieb, dass ich Schwierigkeiten habe, mir vorzustellen, wie das praktisch funktionieren soll, kam nur noch ein kurzes: „Okay then lets forgot it.“ Damit war das Thema erledigt.


    Die Oase


    Eine Dame schickte mir Urlaubsgrüße aus dem Süden. Keine Liebeserklärungen, keine Geldforderungen, sondern echte, altmodische Höflichkeit. Wir unterhielten uns einfach über Musik, Reisen, Kleidung und völlig normale Dinge. An einem etwas nostalgischen Tag erzählte ich ihr sogar von meiner kleinen Geschichte über den leeren Beifahrersitz. Statt irgendwelcher Standardfloskeln bekam ich eine nachdenkliche Antwort zurück, die zeigte, dass sie tatsächlich verstanden hatte, was ich fühle. „Eine andere Person kann die Leere nicht auffüllen, aber sie anderweitig auffrischen“, schrieb sie mir. Das war überraschend erfrischend. Man vergisst manchmal, wie angenehm normale Kommunikation auf Augenhöhe sein kann.


    Das Zuhause im Hintergrund: Der Marihuana-Krimi


    Im Hintergrund läuft natürlich weiterhin meine Geschichte mit meiner „Regular“ (J.), mit der ich seit Januar eine Geschichte schreibe, die das pralle, ungefilterte Leben atmet.


    Sie gehört zur Generation, die Nachrichten nach 24 Stunden löscht, Fotos nur zur Einmalansicht verschickt und grundsätzlich zu spät kommt. Vor einem Konzert hatte sie einmal eine Verspätung, die mit einer spontanen Nagellack-Katastrophe erklärt wurde. Vor einigen Wochen war sie außerdem fest davon überzeugt, dass ihre Weed-Utensilien nach einer gemeinsamen Fahrt in meinem Auto verschwunden seien und fragte mich ernsthaft, ob ich sie heimlich entsorgt hätte. Allein dieser Verdacht in meinem sauberen Wagen hat mich so zum Lachen gebracht, dass ich ihr kaum antworten konnte.


    Sie kann anstrengend sein. Manchmal fordert sie Unterstützung für dies oder jenes, manchmal verschwindet sie wegen Prüfungsstress tagelang in ihrer eigenen Welt. Aber wenn sie merkt, dass ich mich zurückziehe, wird sie plötzlich erstaunlich aufmerksam. Dann kommen Nachrichten, Herzchen und das nächste Hotel-Date ist fix. Das ist vermutlich das Ehrlichste an dieser ganzen Geschichte.


    Mein Fazit nach dieser Woche:


    Je länger ich dabei bin, desto weniger beeindrucken mich perfekte Fotos, große Worte oder übertriebene Liebeserklärungen.


    Viel interessanter sind die kleinen Dinge. Die Dame, die plötzlich 400 Euro Zusatzkosten für den Friseur vor einem Flugticket benötigt. Das Phantom, das im Nebel der Ausreden tanzet. Die Frau, die tatsächlich zuhört, wenn man etwas Persönliches erzählt. Oder J., die ihr Marihuana sucht und dabei ausgerechnet mich verdächtigt.


    Am Ende sind es meistens genau diese kleinen, chaotischen und unperfekten Momente, die einem in Erinnerung bleiben.

    Von weißen Schuhen, dem Echo eines Lächelns und dem leeren Beifahrersitz


    Heute Morgen stand ich wieder vor meinen weißen Schuhen. Eigentlich wollte ich damals nur Schuhe kaufen. Das war der ganze Plan.


    Kein großes Abenteuer. Keine Liebesgeschichte. Keine Zukunftspläne. Einfach nur ein neues Paar Schuhe.


    Ich konnte damals nicht wissen, dass ausgerechnet dieses Paar Schuhe eines Tages zu den traurigsten Gegenständen meiner Wohnung gehören würde.


    Denn jedes Mal, wenn ich sie sehe, sehe ich nicht die Schuhe.


    Ich sehe D.


    Ich sehe uns durch die Geschäfte laufen. Ich höre ihr Lachen. Ich sehe ihre strahlenden Augen, als ich ihr ebenfalls ein Paar Schuhe schenkte. Damals war es nur ein schöner Nachmittag. Einer von vielen, glaubte ich.


    Heute weiß ich, dass manche Erinnerungen sich genau dann in unser Herz schleichen, wenn wir überhaupt nicht aufpassen.


    Das Merkwürdige an D ist, dass sie sich überall versteckt hat.


    In meiner Sonnenbrille.

    In einem Ring.

    Im Beifahrersitz meines Autos.

    In einer Schachtel Pralinen.

    Und in einem Geruch, den man nicht beschreiben kann, den man aber sofort wiedererkennt.


    Sobald wir uns trafen, begann immer dasselbe kleine Ritual. Kaum saß sie neben mir im Auto, griff sie nach meiner Sonnenbrille. Ohne zu fragen. Ohne nachzudenken. Sie setzte sie auf und lächelte dieses Lächeln, das mich jedes Mal schwach werden ließ. Kurz darauf zog sie ihren Ring vom Finger und steckte ihn mir auf meinen Zeigefinger. Immer. Jedes einzelne Mal. Es war nie abgesprochen. Nie erklärt. Und genau deshalb bedeutete es mir wahrscheinlich so viel.


    Damals dachte ich nicht darüber nach.


    Heute würde ich alles dafür geben, diese kleinen Gesten noch einmal erleben zu dürfen.


    Die großen Erinnerungen verblassen mit der Zeit. Restaurants. Ausflüge. Fotos. Selbst die Gespräche werden irgendwann unscharf. Aber die kleinen Dinge bleiben. Der Druck ihrer Hand in meiner. Ihr Kopf an meinem Arm während einer Autofahrt. Die Art, wie sie mich anschaute. Dieses besondere „Aha“, das nur sie so aussprechen konnte.


    Und dieser Geruch.


    Nicht Parfüm.


    Nicht Shampoo.


    Sondern D.


    Sie hatte kein Auto. Sie war ständig unterwegs. Busse. Züge. Haltestellen. Wind. Sonne. Regen. Ihre Haare rochen nach draußen. Nach Bewegung. Nach Leben. Nach ihr.


    Manchmal begegne ich heute auf der Straße einem ähnlichen Duft. Für einen Sekundenbruchteil bleibt mein Herz stehen. Mein Verstand weiß sofort, dass sie es nicht sein kann. Aber mein Herz braucht immer etwas länger.


    Eine meiner liebsten Erinnerungen ist eigentlich lächerlich klein.


    Wir saßen im Auto. Zwischen uns eine Schachtel Pralinen.


    Während andere Menschen Schokolade einfach essen, behandelte D jede einzelne Praline, als wäre sie ein kleines Kunstwerk. Sie biss langsam hinein, schloss kurz die Augen und strahlte. Nicht weil die Praline teuer war. Nicht weil sie etwas Besonderes war. Sondern weil sie sich ehrlich darüber freute.


    Ich saß daneben und beobachtete sie.

    Nicht die Straße.

    Nicht die Landschaft.

    Nur sie.

    Und ich erinnere mich, dass ich damals dachte, wie selten es geworden ist, Menschen zu begegnen, die sich noch so ehrlich über kleine Dinge freuen können.


    Heute sitze ich oft allein im Auto.

    Die gleiche Straße.

    Die gleiche Musik.

    Das gleiche Lenkrad.


    Und manchmal schaue ich unbewusst nach rechts.

    Als würde ich erwarten, sie dort zu sehen.

    Mit meiner Sonnenbrille auf der Nase.

    Ihrem Ring an meinem Finger.

    Einer Praline in der Hand.

    Und diesem unglaublichen Lächeln.

    Natürlich sitzt dort niemand.

    Nur ein leerer Beifahrersitz.


    Aber vielleicht ist genau das die Definition von Sehnsucht.

    Wenn ein leerer Platz mehr Präsenz hat als viele Menschen, die noch da sind.


    Manchmal frage ich mich, ob sie noch an mich denkt.

    Ob sie sich ebenfalls an die Schuhe erinnert.

    An die Sonnenbrille.

    An den Ring.

    An die Pralinen.

    An die vielen Stunden, in denen wir einfach nur wir waren.


    Ich kenne die Antwort nicht.

    Vielleicht werde ich sie nie kennen.

    Was ich aber weiß:

    Manche Menschen verschwinden aus unserem Leben.

    Aber sie verschwinden nie ganz aus den Dingen, die sie berührt haben.


    Und deshalb stehen heute noch immer diese weißen Schuhe in meinem Flur.


    Jeden Morgen.


    Still.


    Unscheinbar.


    Und doch erinnern sie mich jeden einzelnen Tag daran, dass es einmal einen Menschen gab, der mein Herz berührte und nie erfahren wird, wie tief die Spuren sind, die er hinterlassen hat.


    Genau dort lebt sie für mich bis heute weiter.

    Zwischen Autobahn-Chaos und dem Schlaf der Prinzessin


    Die Kulisse: Mein Auto. Zwei Stunden Autobahn vor uns.


    Baustellen, Radarfallen, das übliche Chaos. Neben mir eine junge Frau, die das Leben bisher nicht mit Samthandschuhen angefasst hat.


    Während ich mit meiner linken Hand am Steuer navigiere, hält sie meine rechte Hand und schaut sich meine Fingernägel an (ich war morgens bei der Maniküre).


    - "Weißt du", philosophiert sie mit ihrer süßen Ernsthaftigkeit, "gepflegte Hände und Schuhe sagen viel über einen Mann aus".


    Ich muss lächeln. Es ist dieser krasse Kontrast: Sie achtet auf solche Details, während ihre eigene Welt oft im Chaos versinkt.



    Zwei Stunden Leben im Zeitraffer


    Sie redet viel. Sie erzählt alles. Der endlose Kampf mit den Behörden um ihre Papiere. Den Schmerz und die Traurigkeit, die sie empfindet, weil ihre Kinder weit weg sind. Die Zweck-WG, wo sie auf einer winzigen Matratze schläft.


    - "Mehr brauche ich nicht", sagt sie. "Ein Bett, ein kleiner Schrank für meine Sachen."


    Und man glaubt ihr sofort. Sie ist eine Kämpferin, die Aldi- und Lidl-Prospekte nach Angeboten studiert. um ihre Tiefkühltruhe vollzumachen, sobald der Chef sie mal bezahlt.


    Dann nimmt mir ein LKW die Vorfahrt und hupt auch noch. Sie reißt das Fenster runter und brüllt ihn an - so richtig laut. Wie eine Löwin, die gelernt hat, sich zu wehren. Ich schaue sie von der Seite an und denke mir: Wie kann man gleichzeitig so wunderschön sein und so laut brüllen? Ich lache innerlich über diese ungefilterte Echtheit. Sie ist keine Kunstfigur, sie ist das pralle Leben.


    Der Ort, an dem die Welt draussen bleibt


    Irgendwann gewinnt die Müdigkeit. Sie sagt: "Es kann sein, dass ich einschlafe. Ich bin so müde." Sie entschuldigt sich fast schüchtern. Sie legt den Sitz zurück. Sie schaut mich lächelnd an, bevor ihre Augen zufallen.


    Während Adele aus den Lautsprechern singt, und ich versuche, mich auf die Straße zu konzentrieren, spüre ich, wie ihre Hand auf meinem rechten Schenkel langsam zur Ruhe kommt. In diesem Augenblick wird das Auto zu einer Art Schutzzone. Draußen das Chaos und die Welt, die an uns vorbeirast. Drinnen eine Frau, die bei mir endlich die Augen schließen kann, weil sie sich für ein paar Stunden sicher fühlt.


    Ich betrachte den Kontrast zwischen ihrer braungebrannten Haut und dem weißen Top - eine Ästhetik, die keine Inszenierung braucht. Später sitzen wir an einem sonnigen Platz in einer Stadt, in der sie noch nie war. Sie macht große Augen, als wäre sie in Disneyland.


    - "Mein Gott, ist das schön hier.", flüstert sie, während der Kellner serviert.


    Ich probiere in meiner ganzen Unbeholfenheit, mit ihrem Handy vernünftige Fotos von ihr zu machen, und denke mir: "Eigentlich müsste ich mal lernen, wie man richtig fotografiert." Und lache dabei. Sie schaut mich an und fragt zweifelnd:


    - "Ich sehe nie schön aus auf Fotos, oder?"


    Ich schaue sie an, während sie danach mit ihrer Familie telefoniert, und sehe, wie die Leute an den Nachbartischen sie anstarren. Ich genieße die neidischen Blicke der Passanten. Ich frage mich, ob sie überhaupt weiß, wie sehr sie den Raum erstrahlen lässt, sobald sie ihn betritt. Wahrscheinlich weiß sie es, aber sie nutzt es nicht aus - zumindest nicht wenn wir zusammen sind.


    Mein Fazit aus dieser Erinnerung:


    Manchmal sind wir mehr als nur der spendable Begleiter. Manchmal sind wir einfach der Ort, an dem jemand nach einem langen Kampf mal durchatmen oder einfach auf dem Beifahrersitz einschlafen darf.


    Wenn ich dann sehe, wenn wir zusammen in einem gehobenen Etablissement sitzen - einem Ort, den sie so nicht kennt - und dieses ehrliche, unbezahlbare Leuchten in ihren Augen sehe, wird mir klar: Wir haben oft keine Ahnung, was für ein Glück wir eigentlich haben.


    Es sind diese Momente der Dankbarkeit, die kein Kontostand der Welt aufwiegen kann. Diese Demut ist für mich der wahre Luxus.

    Zu deiner "Sex in den ersten 3 Nachrichten"-Quote (62 von 175):


    Das sind fast 35%.


    Das bestätigt mein Gefühl: Die Plattform ist überflutet von Männern, die MSD mit einem Katalog-Bestellservice für schnelle Nummern verwechseln.

    Frohe Ostern und herzlich willkommen hier.


    Es ist erfrischend zu sehen, dass sich eine junge Dame hier so aktiv einbringt und nicht nur die "alten Knacker" das Feld dominieren lassen. ;)


    Dein Schreibstil scheint mir reflektiert und humorvoll zu sein. Und dein Einblick in die "8-12 Uhr Mentalität" trifft den Nagel auf den Kopf - genau dieses Zwischenmenschliche ist es ja, was ein echtes Arrangement von einer bloßen Dienstleistung unterscheidet.


    Schön, dass du trotz der seltsamen Geschichten den Humor nicht verlierst. :)


    Ich freue mich auf weitere Beiträge von dir.


    Ich finde es interessant, dass du das Thema aus der Sicht eines SBs hinterfragst.

    Für mich ist Mentoring kein einseitiger "Vortrag" von Lebensweisheiten - da gebe ich Playtime absolut recht, das Ego sollte man im Griff haben.


    Wenn ich versuche zu helfen, nehme ich mir erstmal Zeit, um überhaupt zuzuhören. Ich will verstehen: Wo kommt sie her, was hat sie studiert, welche Jobs hat sie gemacht, usw. Erst wenn ich den Menschen verstehen, kann ich vielleicht helfen und Türen öffnen.


    Konkret sehe ich da mehrere Ebenen:


    - Das Netzwerk: Wenn ich sehe, dass ein SB beruflich feststeckt, biete Kontakte oder Türen an, die sonst verschlossen blieben.


    - Die "strukturelle Hilfe": Wie in meinem Beispiel mit meinem SB aus Paris. Hilfe dabei, Finanzen so in den Griff zu bekommen, dass sie langfristig unabhängig vom Sugar wird. So sehe ich zumindest diese Ebene.


    - Der Lifestyle: Zugang zu Welten, Events, etc., die man sich allein nicht leisten kann oder will (Reisen, Events, besondere Erlebnisse).


    Medima99 meint, wir spielen nicht in der "Liga", in der man Frauen wirklich weiterbringen kann. Da muss ich widersprechen. Man muss kein Milliardär sein, um einer jungen Frau durch Kontakte oder Erfahrung einen massiven Vorsprung im Leben zu verschaffen.


    Das Problem ist oft nicht die "Liga" des SD, sondern die Bereitschaft des SBs, dieses Angebot auch anzunehmen. Viele wollen eben nur die finanzielle Erleichterung (was völlig legitim ist), aber dann sollte man das Kind beim Namen nennen und nicht von einer "besonderen Verbindung/Beziehung" sprechen.


    Für mich ist Mentoring dann erfolgreich, wenn das SB nach unserer gemeinsamen Zeit ein besseres, stabileres Leben führt als vorher - und nicht nur ein paar teure Handtaschen mehr im Schrank hat.

    Was Medima meint ist doch im Prinzip ganz einfach:


    Es ist im Prinzip genau das Gleiche, wie die Sekretärin, die sich nach oben bumst.


    Obs die auf MSD gibt? Keine Ahnung. Ich denke dafür ist MSD auch nicht gedacht.


    Ja, die Geschichte (Karrieremodell) der Sekretärin, die sich "nach oben arbeitet", kennen wir alle. Worauf ich hinaus will ist aber dieses "Mentoring, Coaching, Netzwerk, Lifestyle, etc".


    Das klingt in einem Forum immer toll, aber meine Erfahrungen der letzten Monaten zeichnen da ein ganz anderes Bild.


    Wenn du dich an die Geschichte mit meinem SB aus Paris erinnerst. Ihre finanzielle Lage war - vorsichtig ausgedrückt - eine Katastrophe. Die Miete fraß fast ihr gesamtes Einkommen auf, und sie hatte sich in ein Ausgabenniveau manövriert, das nur durch eine hohe Frequenz und Anzahl an "Freiern" (ich nenne sie bewusst so, da ich mich nicht als Kunde in einem MSD-Bordell sehe) gedeckt hat.


    Was habe ich gemacht? Ich wollte ihr helfen, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen. Ich habe ihr angeboten: Struktur für ihre Finanzen, Hilfe beim Schuldenmanagement, usw. Da ich durch mein Netzwerk sehr gut aufgestellt bin, habe ich ihr sogar angeboten, ihr einen anderen, gut bezahlten Job zu finden, damit sie aus ihrem Hamsterrad herauskommt.


    Das Ergebnis? Eine schallende Ohrfeige.


    Es wurde als Bevormundung abgelehnt. Sie wollte keine Hilfe, sondern nur das schnelle Geld, um das Chaos für ein paar weitere Wochen zu finanzieren.


    Was ich daraus gelernt habe: Ich glaube, viele SBs auf MSD suchen keine Lebensveränderung. Sie wollen ihr unzufriedenes Leben nicht durch Mentoring, Coaching oder Netzwerk verbessern, sondern durch unsere Kohle lediglich erträglicher machen.


    Klar, wenn man als SD sein Netzwerk (Wohnungen, Jobs, Kontakte, etc.) öffnet, setzt man zudem seinen eigenen Ruf aufs Spiel. Wenn das SB nach zwei Wochen keine Lust mehr hat, steht man vor dem Geschäftspartner wie ein Idiot da.


    Ich habe für mich beschlossen: Ich biete diese Art der Hilfe nicht mehr an. Wenn eine Frau nicht von sich aus die intellektuelle Reife mitbringt, nach echtem Mehrwert zu fragen, bleibe ich beim "Lifestyle" (schöne Erlebnisse, Reisen, etc.) und dem vereinbarten Support. Alles andere führt nur zu Frust auf beiden Seiten.


    Die meisten wollen nur den Lamborghini (oder Ferrari, oder Porsche - je nachdem, welche Autos der SD in der Garage hat) fahren und ihre Rechnungen begleichen. Der Rest interessiert die wenigsten (so zumindest meine Erfahrungen).

    Hi..ich mache als Frau andersrum die selbe Erfahrung...hab schon überlegt ob die nur gratis Wichsvorlagen suchen...

    ❤️liche Grüße

    Karliie

    Hallo Karliie,


    Deine herrlich rohe Ehrlichkeit holt unser ganzes "Miyagi-Gequatsche" mal kurz auf den harten Boden der weiblichen Realität zurück. ^^


    Ich denke auch, dass manche Männer nur auf so etwas aus sind ("Wichsvorlagen"). Nicht umsonst bieten ja verschiedene Damen auf MSD explizit den Verkauf von Bildern und Videos an - eben für genau diese "Kundschaft".


    Ja, Frauen werden nicht nur mit Angeboten bombardiert, sondern auch mit Männern konfrontiert, die gar keine echte Absicht haben, Geld auszugeben oder ein reales Treffen zu organisieren.


    Aber bleib dran: Es gibt sie noch, die Männer, die Taten statt nur Pixel sprechen lassen. ;)


    Übrigens, herzlich willkommen in der Runde.

    Witzig oder? Beschwert sich über viel Blabla und dann keine Reaktion mehr. Ist aber selbst nicht in Stande, die Bemühungen der Forumsmitglieder in Form von hilfreichen Antworten zu würdigen.

    Absolut. Das ist die klassische Ironie in Foren.


    Wie Meister Yoda sagen würde: "Viel zu lernen, er noch hat."


    Oder: "Die Antwort du suchst, in deinem Spiegel sie liegt."


    Naja, ein Blick auf sein Profil zeigt ‚Letzte Aktivität: Mittwoch, 17:01‘. Vllt. hatte er bis jetzt noch keine Zeit.

    Siehst Du die Lifestyle-Inflation auch real oder kommt das nur durch die digitale/mediale Präsenz des gelebten Reichtums zu Stande?


    Die enorme digitale Präsenz des gelebten - um nicht eher zu sagen: des zur Schau gestellten - Reichtums bekomme ich natürlich fast täglich mit.


    Aber ich halte mich bewusst (so gut es geht) seit Jahren fern davon. Mein SB würde sagen, ich mache teilweise "Digital Detox". ^^ Ich habe beispielsweise kein Instagram - eine Tatsache, die die meisten Leute im meinem Umfeld fast schon schockiert-, im Gegensatz zu 99% meiner Familie, Freunde oder Bekannte aus Wirtschaft, Politik, etc.


    Für mich hat diese ständige Selbstdarstellung auf sozialen Medien wie Instagram - wenn man der ganzen Welt den neuen Sportwagen, den Luxusurlaub oder den neuen Helikopter präsentiert - schon fast etwas Obszönes.


    Um deine Frage zu beantworten: Ja, ich beobachte diese "Lifestyle-Inflation" seit mehrere Jahrzehnte sehr real. Und wie...


    Früher war diese "Exklusivität" an diskretere Kreise gebunden. Heute ist Luxus oft zu einer austauschbaren Kulisse für den nächsten Post auf Insta verkommen.


    Man sieht Menschen, die den Lifestyle zwar "konsumieren", ihn aber nicht mehr "leben" oder gar verstehen.


    Wenn der teure Sportwagen nur noch als Requisite für ein Foto dient, verliert der wahre Wert an Bedeutung. Diese Inflation führt dazu, dass das Materiell allein kaum noch eine Geschichte erzählt - es ist zu einer Art "Massenware im Goldmantel" geworden.

    Wenn ich mich so an "frühere Zeiten" erinnere…


    In den 80er- und 90er-Jahren ist man mit Sportwagen, Oldtimern, Villen oder einem luxuriösen Lebensstil noch ganz anders aufgefallen.


    Es war eine Welt, die irgendwie exklusiver (?) und überschaubarer wirkte als heute.


    Man kannte sich. Man traf sich jedes Jahr an denselben Orten: im gleichen Luxushotel, auf privaten Partys oder bei jährlichen Autorennen, zu dem ein Freund einlud, um seine Leidenschaft mit einem kleine Kreis Gleichgesinnter zu teilen.


    Heutzutage gibt es unzählige reiche Menschen auf der Welt. Reichtum ist sichtbarer, aber auch anonymer geworden.


    In der heutigen Masse fällt man selbst mit exklusiven Statussymbolen kaum noch auf - es sei denn, man pflegt einen extrem exzentrischen Geschmack und präsentiert diesen offensiv in der Öffentlichkeit.

    Die Vergleiche mit Miyagi und Yoda finde ich herrlich.


    Ja, viele stellen sich das Ganze viel zu einfach vor.


    Reichtum alleine ist heutzutage kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Ein Sportwagen oder eine Villa beeindrucken bei weitem nicht mehr so wie früher - vor allem, wenn eine attraktive Frau täglich zehn solcher Angebote bekommt.


    Ich durfte mal einen Blick in das MSD-Postfach eines SB werfen und war sprachlos: Angebote aus der ganzen Welt. Von ein paar Hundert bis zu mehrere tausend Euro für ein einziges Date was alles dabei.


    Wenn man das mal aus der Sicht der Frauen sieht, wird schnell klar: Bei teils weit über 100 Nachrichten am Tag bekommt, wird Sugardating zum Fulltime-Job. Deshalb schützen sich manche Frauen mit Kriterien wie "nur aus meiner Stadt/Region/etc".

    Wie soll sich eine Frau bei dieser Flut entscheiden? Nach dem Geld? Dem Stil? Der Sympathie?...


    Am Ende ist es wohl so, wie der kleine grüne Meister sagen würde: "Viel zu lernen, du noch hast, junger Sugar-Padawan".


    Ich bleibe dran und trainiere weiter.

    Ich bin mir sehr sicher, dass Verkäufer nach mehreren Stunden Arbeit überhaupt nicht auf das achten, was wer kauft, geschweige denn, sich dazu irgendwas ausdenken.


    Hier ist wohl eher das eigene Kopfkino und die Wahrnehmung der Wichtigkeit die treibende Kraft. 😏

    Da hast du sicherlich nicht unrecht. Wahrscheinlich ist mein eigenes Kopfkino da die stärkste Triebfeder. ;) Aber keine Sorge, ich nehme mich selbst nicht so wichtig – am Ende sind wir ja alle nur Staubkörner im Universum.

    Erinnert mich an diesen Spot. ^^


    Ja, dieser Werbespot ist schon fast ein deutsches Kulturgut der Werbegeschichte.


    Meine eigene erlebte Szene mit den Latexhandschuhen hätte dem Ganzen die Krone aufgesetzt. ^^


    Nächstes Mal im Supermarkt, könnte ich noch einen drauf setzen. Da fallen mir ein paar spontane Ideen ein:

    - Der Dexter-Look: Kondome + eine Rolle extrastarke Müllbeutel + Klebeband + eine Packung Fleischermesser

    - Der Reue-Kauf: Kondome + rote Rosen + eine Packung "Sorry"-Pralinen + eine Flasche billiger Sekt

    - Der Optimist: Eine 12er Packung Kondome + eine Familienpackung Magnesium-Tabletten + eine Flasche isotonisches Sportgetränk.


    Sozusagen Kopfkino Deluxe für die Damen im Supermarkt oder an der Kasse. :D