Beiträge von Novellist

    Hast du das Experiment eigentlich in der letzten Woche noch fortgesetzt?

    Und würdest du sagen (seitdem es hier zu diesem Regen Austausch kam und du unter anderem einige Geschichten von mir gehört hast) erscheinen einige Profile mittlerweile in einem anderen Licht, etwa durch Formulierungen die auf den zweiten Blick doch etwas seltsam wirken ?


    Ich finde so ein Selbstexperiment jedenfalls Sinnvoll. Einfach damit man weiß wie es auf der anderen Seite ist und einfach mehr Verständnis für den Gegenüber haben kann ^ ^

    (als Frau hatte ich qausi etwas ähnliches gemacht, als ich bumble bff ausprobiert habe. Deswegen erspare ich es mir eins anzulegen. Aber Oh gott oh gott ist es schwer mit einigen Damen zu schreiben. Da muss man ja wirklich jedes bisschen aus der Nase ziehen und es kommen selten Rückfragen, wenn sie dann mal nach 3 Tagen antworten. Einfach nur anstrengend, aber dadurch schätzt man es umso mehr wenn es mal mit jemanden klickt (: )


    Ja, ich habe das Experiment tatsächlich noch etwas weitergeführt. Und meine Wahrnehmung hat sich dabei auch verändert.


    Am Anfang war mein Eindruck: erstaunlich viele schlechte oder lieblos gemachte Männerprofile, wenig vernünftige Fotos und vor allem sehr viele Texte, in denen ausführlich beschrieben wird, was der Mann von einer Frau erwartet, aber erstaunlich wenig über ihn selbst.


    Durch die Diskussion hier und insbesondere durch einige deiner Beispiele schaue ich inzwischen tatsächlich etwas anders auf manche Formulierungen.


    Nicht in dem Sinne, dass ich jetzt hinter jedem Profil einen potentiell gefährlichen Mann vermute. Das wäre genauso falsch.


    Aber mir ist stärker bewusst geworden, dass eine Formulierung, die ein Mann vielleicht für „direkt“, „dominant“ oder sogar besonders selbstbewusst hält, bei einer jungen Frau aufgrund ihrer völlig anderen Risikoperspektive ganz anders ankommen kann.


    Dein Beispiel mit dem festen Café fand ich dafür besonders eindrücklich. Für mich als Mann wäre die Frage „festes Café oder einfach spontan irgendwo hingehen?“ zunächst eine völlig banale organisatorische Kleinigkeit. Aus deiner Perspektive steckt dahinter aber die Frage: Bin ich an einem bekannten öffentlichen Ort? Wissen andere, wo ich bin? Kann ich jederzeit problemlos gehen?


    Und dass jemand auf genau dieses Sicherheitsbedürfnis anschließend mit Entführungsphantasien und dem Wegwerfen deines Handys reagiert, fand ich ehrlich gesagt ziemlich verstörend. DAS wollte ich bei meinem Experiment eigentlich auch nicht unbedingt lernen. 🙈


    Insofern: Ja, das Experiment hat seinen Zweck für mich sogar besser erfüllt, als ich ursprünglich gedacht hatte. Nicht weil ich jetzt glaube, „die Frauenperspektive“ verstanden zu haben. Dafür sind Menschen viel zu unterschiedlich. Aber bestimmte Dinge nehme ich heute anders wahr als vorher.


    Genau darum ging es mir eigentlich bei dem Thread: nicht darum festzustellen, welches Geschlecht es schwerer hat, sondern einmal den eigenen gewohnten Blickwinkel zu verlassen.

    Dem stimme ich nicht wirklich zu. Ja es ist nicht leicht jemanden zu finden aber unsere "Probleme" beschränken sich darauf und nicht abgezockt zu werden. Wir bekommen aber (eigentlich?) keine Fantasien mit der ersten Nachricht die mich mit 18 oder 20 definitiv auch geschockt hätten. Dazu sind wir Älter und haben schon mehr gesehen. Also ich möchte lieber 10x frustriert sein aus deinen genannten Gründen als bei jedem Text Angst haben zu müssen was da nun schon wieder an komischem Kram kommt der auch noch genau beschrieben wird.

    Ja, das stimmt.


    Bei den meisten von „uns“ – also finanziell gut abgesicherten älteren Männern – besteht das typische Risiko auf MSD eher aus Frustration, Zeitverlust, Täuschung und Geldverlust: Ghosting, Fakeprofile, kurzfristige Absagen, Bilderverkauf, Frauen mit rein finanziellen Interessen, Vorschussforderungen usw.


    Das kann nerven und auch emotional verletzen. Aber bei einem Mann, der seine Rechnungen problemlos bezahlen kann, sind selbst ein paar hundert verlorene Euro normalerweise keine existenzielle Bedrohung.


    Eine 18- oder 20-jährige Frau, die vielleicht tatsächlich Geld braucht und gleichzeitig von wesentlich älteren Männern mit solchen Nachrichten konfrontiert wird, befindet sich in einer ganz anderen Ausgangslage: deutlich weniger Lebenserfahrung, möglicherweise finanzieller Druck – und auf der anderen Seite ein wesentlich älterer Mann, der über Geld verfügt und sexuelle Wünsche formuliert. Wenn dann schon die erste Nachricht ihre Grenzen ignoriert oder versucht, über das Geld Druck aufzubauen, ist das etwas anderes als: „Schon wieder wurde mein Date abgesagt.“


    Wenn ich wählen müsste zwischen zehn Ghostings und dem, was CherrySeeds teilweise ungefragt zugeschickt bekommen hat, nehme ich die zehn Ghostings.

    ich verstehe medima99s Ideal durchaus. Wenn zwei Menschen längerfristig zusammenpassen, kann finanzielle Unterstützung tatsächlich einen ganz anderen Charakter bekommen als ein Betrag X für Treffen Y.


    Ein SB muss vier Jahre lang auch nicht zwangsläufig viele verschiedene SD haben. Wenn es menschlich wirklich passt und beide mit dem Arrangement zufrieden sind, kann eine einzige längerfristige Beziehung finanziell und persönlich durchaus mehr bringen als ständig wechselnde Kontakte.


    Andererseits gibt es natürlich genauso Frauen, die gerade keine solche Bindung möchten und lieber mehrere kürzere Arrangements haben.


    Wo ich aber etwas näher bei or274 bin: Daraus würde ich trotzdem nicht ableiten, dass andere einvernehmliche Modelle auf MSD grundsätzlich nichts verloren haben.


    Ich denke, man sollte etwas vorsichtig damit sein, sein eigenes Modell zum einzig „richtigen“ Sugardating zu erklären. ;)

    Das kann ich aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Ich hatte ebenfalls schon Sugarbeziehungen, in die über die Zeit fünfstellige Beträge geflossen sind, und das übrigens gerne.


    Dabei ging es dann auch nicht mehr darum, einen bestimmen Betrag für einzelne Treffen zu bezahlen. Mit meiner Unterstützung konnten beispielsweise Ausbildung bzw. Studium finanziert, Miete und Rechnungen bezahlt oder ein Führerschein gemacht werden. Und natürlich gehörte auch etwas Luxus dazu: Kleidung, Schuhe, Schmuck, Urlaub usw.


    Gerade bei einer längerfristigen Sugarbeziehung finde ich diesen Aspekt eigentlich besonders schön.

    Was ich an der Diskussion inzwischen fast interessanter finde als mein ursprüngliches Experiment: Offenbar erleben beide Seiten dieselbe Plattform teilweise vollkommen unterschiedlich.


    Mein ursprünglicher Beitrag war eigentlich gar nicht als Definitionsversuch gedacht, was „echtes“ Sugardating ist.


    Ich muss sagen, dass ich bei einigen Punkten von or274 durchaus mitgehe.


    Wenn zwei erwachsene Menschen ein kurzfristiges, stark sexuell geprägtes Arrangement suchen, offen darüber kommunizieren und beide genau das wollen, sehe ich zunächst einmal kein moralisches Problem.


    Es wäre wahrscheinlich nicht das, was ich persönlich auf MSD suche – aber meine persönliche Vorstellung muss ja nicht für alle gelten.


    Für mich liegt der interessante Unterschied eher zwischen „andere Vorstellungen haben“ und „respektlos kommunizieren“.


    Gerade das Beispiel von CherrySeeds zeigt das ziemlich drastisch.


    Und ja, CherrySeeds' Beispiele erschrecken mich tatsächlich...


    Gleichzeitig kenne ich von der anderen Seite vieles, was GrandVoyager beschreibt: direkte Preislisten, Geldnot bereits nach wenigen Nachrichten, Bilderverkauf, Ghosting, kurzfristige Absagen usw.

    Nein, um Gottes willen, mit deiner sexuellen Offenheit hatte mein „sprachlos“ überhaupt nichts zu tun. ^^


    Im Gegenteil, ich finde deine Unterscheidung ziemlich nachvollziehbar: Man kann sexuell sehr offen sein und trotzdem erwarten, dass ein fremder Mensch einen zunächst einmal wie einen Menschen anspricht.


    Sprachlos gemacht hat mich die Nachricht und vor allem die Art dahinter. Nicht einmal primär der Kink selbst, sondern dieses „Bedenke bitte, bevor du unklug antwortest oder mich blockierst“, kombiniert mit der Hochrechnung des Geldes und dem Hinweis, dass er dir künftig aus finanziellen Notlagen helfen könne, die schneller kommen könnten, als du denkst.


    Das wirkt auf mich nicht wie „Ich habe eine ungewöhnliche sexuelle Vorliebe, wärst du grundsätzlich dafür offen?“, sondern wie der Versuch, eine völlig fremde Frau mit Geld und möglicher zukünftiger finanzieller Abhängigkeit davon zu überzeugen, ihre eigenen spontanen Grenzen besser noch einmal zu überdenken.


    Und dass danach ungefragt noch ein minutenlanger detaillierter Text kam, obwohl in deinem Profil ausdrücklich stand, dass du zunächst eine tiefere Verbindung brauchst, macht es für mich noch befremdlicher.


    Genau deshalb war ich sprachlos. Nicht weil du sexuell aktiv bist. Was du freiwillig, gerne und mit wem auch immer ausprobieren möchtest, ist doch deine Sache. :)


    Hat sich dadurch eigentlich nur dein Frauenbild verändert – oder auch dein Männerbild?


    Denn genau das war bei meinem kleinen Experiment fast der überraschendere Teil.


    Natürlich sieht man auf MSD Frauen, die sehr pragmatisch mit Geld und Sexualität umgehen. Aber wenn man die Plattform einmal von der anderen Seite betrachtet, bekommt man gleichzeitig einen ziemlich ungefilterten Eindruck davon, wie ein Teil der Männer auftritt.


    Und was das „Augen zu und durch“ betrifft: Ich glaube auch, dass es Frauen gibt, die so pragmatisch denken.

    Wobei ich nicht einmal sicher bin, ob das ausschließlich ein Sugar-Phänomen ist. Menschen bleiben schließlich auch in ganz normalen Beziehungen oder Ehen aus finanziellen, sozialen oder praktischen Gründen in Konstellationen, in denen die sexuelle Anziehung nicht gerade überwältigend ist.

    Ich habe mir aus reiner Neugier ein Frauenprofil auf MSD angelegt, was vermutlich einige hier schon einmal ausprobiert haben.


    Nicht um jemanden hereinzulegen, sondern weil ich einmal sehen wollte, wie sich dieselbe Plattform eigentlich von der anderen Seite präsentiert.


    Und nach einiger Zeit musste ich ausgerechnet an einen älteren Beitrag von medima99 denken. In einer Diskussion über meine teilweise etwas turbulenten Sugar-Geschichten schrieb er damals sinngemäß, wenn mein Auftreten tatsächlich so sei, wie ich es hier beschreibe, hätte ich auf MSD möglicherweise „quasi null Konkurrenz“.


    Das fand ich damals etwas übertrieben. Nach meinem kleinen Perspektivenwechsel muss ich allerdings gestehen: Das war aufschlussreicher als erwartet.


    Über Geschmack lässt sich natürlich wunderbar streiten, und meine Wahrnehmung männliche Attraktivitàt muss nicht derjenigen der Frauen aus MSD entsprechen. Trotzdem war ich erstaunt, wie wenige Profile schon rein von den Fotos her auf mich gepflegt, sympathisch und interessant wirkten.


    Noch interessanter fand ich allerdings die Profiltexte.


    Schon nach relativ kurzer Zeit begegneten mir Formulierungen wie:


    „spontane Lady für intime Treffen gesucht“


    „devote Partnerin, gerne Freundschaft+“


    oder mein persönlicher Favorit:


    „wie ein guter Kumpel, dem man vertrauen kann … Intimität erwünscht“



    Nun kann natürlich jeder suchen, was er möchte. Daran ist zunächst überhaupt nichts auszusetzen.


    Was mich vielmehr erstaunt hat, ist was erstaunlich oft gar nicht vorkommt:


    Was für ein Mann bin ich? Was können wir gemeinsam erleben? Warum könnte sich eine junge Frau in meiner Gesellschaft wohlfühlen? Welche Art von Beziehung möchte ich entstehen lassen? Was bringe ich außer Geld und sexuellen Erwartungen mit?


    Das fand ich irgendwann fast interessanter als die eigentlichen Wünsche.


    Denn viele Profile lesen sich aus meiner frisch erworbenen „Frauenperspektive“ ungefähr so: Das suche ich. Das sollst du sein. Das möchte ich sexuell. Diskretion ist wichtig.


    Aber die andere Hälfte der Gleichung fehlt: Und das bekommst DU mit mir.


    Sexuelle Erwartungen beschreiben schließlich noch kein Angebot an die Frau!


    Nicht einmal unbedingt materiell. Im Gegenteil: Gerade das wäre für mich der uninteressanteste Teil der Selbstdarstellung.


    Warum sollte sie sich auf den Abend freuen? Bin ich humorvoll? Interessiere ich mich für Kunst, gutes Essen, Reisen oder Musik? Kann man mit mir einen völlig verrückten Abend verbringen und am nächsten Morgen genauso gut zwei Stunden beim Frühstück reden? Möchte ich gemeinsame Wochenenden, Kurzreisen, Theater, Wellness oder einfach einen schönen Alltag zu zweit erleben? Suche ich eine wirkliche Beziehung mit finanzieller Unterstützung oder hauptsächlich eine diskrete sexuelle Vereinbarung?


    Welches Gefühl soll eine Frau eigentlich bekommen, wenn sie mein Profil liest?


    Und da wurde das Experiment für mich persönlich interessant.


    Ich vergleiche mich gedanklich nämlich häufig mit einem abstrakten Ideal-SD: attraktiv, souverän, vermögend, kultiviert, charmant, großzügig.


    Gegen diesen imaginären Konkurrenten sieht man natürlich immer irgendwo alt aus. 😄


    Aber der reale Wettbewerb besteht offenbar zu einem guten Teil aus:


    „Suche devote Partnerin, Freundschaft+, Intimität erwünscht“ plus Autoselfie. 😂


    Das ist bemerkenswert, weil ein Mann auf einer Datingplattform nur sehr wenig Platz und wenige Sekunden Aufmerksamkeit bekommt, um einer Frau eine einzige entscheidende Frage zu beantworten:


    Warum sollte ausgerechnet ich für dich interessant sein?


    Und etliche verwenden genau diesen knappen Platz offenbar dafür, relativ früh ihre sexuellen Erwartungen zu kommunizieren.


    Nun stelle ich mir eine junge Frau vor, die sich eine Stunde lang durch solche Profile gearbeitet hat.


    Und dann trifft sie auf einen Mann derselben Altersklasse, der gepflegt und vernünftig fotografiert wirkt und nicht mit „Intimität erwünscht“, „devot“, „coquine“ oder „Freundschaft+“ eröffnet.


    Er schreibt normal mit ihr, interessiert sich für sie, kann sich unterhalten. Lädt sie zu einem schönen Abend ein, ohne dass über dem Dessert bereits unsichtbar die Frage schwebt, wann es endlich aufs Hotelzimmer geht.... Er behandelt sie höflich, respektiert ihre Grenzen und ist gleichzeitig großzügig.


    Dann muss dieser Mann vielleicht überhaupt kein George Clooney sein.


    Er muss möglicherweise nur deutlich angenehmer wirken als ein großer Teil der Alternativen, die sie gerade erlebt.


    Und da musste ich tatsächlich noch einmal über medima99s damalige „quasi null Konkurrenz“ nachdenken.


    Natürlich ist das keine wissenschaftliche Untersuchung und meine Stichprobe ist alles andere als repräsentativ. Es gibt selbstverständlich auch Männer mit guten Fotos, sympathischen Texten und einem interessanten Auftreten.


    Trotzdem verstehe ich inzwischen etwas besser, warum mir Frauen auf MSD so häufig von merkwürdigen Erfahrungen erzählen.


    Ich werde mein kleines Experiment jedenfalls noch etwas weiterführen.


    Mich würde interessieren: Hat einer von euch MSD schon einmal bewusst aus der Perspektive des anderen Geschlechts betrachtet?


    Interessieren würde mich besonders die Erfahrung der Frauen hier: Täuscht mein erster Eindruck, oder fehlt euch bei Männerprofilen tatsächlich häufig genau diese Antwort auf die Frage „Und was ist eigentlich für mich dabei – jenseits des Geldes?“

    Ich glaube der entscheidende Unterschied liegt vielleicht zwischen:


    "Sie braucht mehr als Geld, um ihre Probleme dauerhaft zu lösen"

    und

    "Deshalb sollte sie mich ihre Probleme für sie lösen lassen."


    Der erste Satz kann vollkommen richtig sein. Der zweite folgt daraus nicht. Wahrscheinlich liegt genau da eine wichtige Grenze.


    Und dann entsteht noch was anders: Problemösen kann selbst emotional belohnend sein. Man wird gebraucht. Man hat Bedeutung. Man kann etwas bewirken. Und bei einer erheblich jüngeren Frau kann daraus sehr leicht das Gefühl entstehen: Ich bin nicht nur der Mann, der sie finanziell unterstützt, sondern ich bin derjenige, der ihr Leben stabilisiert.


    Das kann enorm verbindend wirken.


    Eine gute Leitlinie wäre deshalb vielleicht:

    Helfen: ja. Unterstützen: ja. Rat anbieten: ja. Aber nicht automatisch Verantwortung für die Lösung übernehmen wollen.


    Vllt schützt das sogar die Sugarbeziehung. Denn wenn man gleichzeitig Geldgeber, Finanzberater, Krisenmanager, Lebenscoach und Retter wird, wird irgendwann kaum noch erkennbar, ob sie mich als Mann braucht oder mein komplettes "Versorgungssystem".

    warum hat es damals geendet.?


    Das Ende war damals weniger spektakulär als das jetzige Wiederfinden.


    Sie hatte zu der Zeit ziemlich finanzielle Probleme und ich habe irgendwann versucht, ihr dabei zu helfen, ihre Finanzen etwas in den Griff zu bekommen bzw. gemeinsam mit ihr zu schauen, wo eigentlich das Problem liegt.


    Das kam bei ihr allerdings überhaupt nicht gut an. Sie hatte das Gefühl, ich würde mich zu sehr einmischen bzw. vorschnelle Schlussfolgerungen über ihre Situation ziehen, hat darauf sehr emotional reagiert und wir haben uns ziemlich heftig gestritten.


    Ich war damals sicherlich auch etwas zu sehr im "Problemlösungsmodus". Wenn mir jemand erzählt, dass er finanziell kaum über den Monat kommt, springt bei mir schnell der Reflex: Okay, dann schauen wir mal gemeinsam, woran es liegt und wie man das lösen kann.


    Sie wollte aber eigentlich etwas anderes von mir bzw. wollte ihre Finanzen selbst regeln.


    Danach war irgendwie der Wurm drin und die Beziehung ist auseinandergegangen.


    Umso absurder, dass wir uns jetzt sieben Monate später anonym auf MSD wiederfinden und sie direkt fragt, ob wir uns treffen wollen. ^^

    Wenn der Algorithmus Humor hat: Auf MSD versehentlich die Ex angeschrieben 🙈


    Das Leben schreibt manchmal wirklich die absurdesten Geschichten und die besten Drehbücher.


    Solche Geschichten würde man in einem Roman streichen, weil der Lektor sagen würde: "Zu konstruiert."


    Ich schrolle durch die Profile, sehe eine hübsche "Studentin aus Paris" und denke mir: Eine Sugarbeziehung mit einer Studentin aus Paris hatte ich ja schon mal, das lief eigentlich ganz nett. Schreibst ihr mal.


    Sie antwortet. Wir schreiben ein bisschen hin und her. Sie fragt nach einem Foto und meint ziemlich schnell:


    "Vielleicht bist du mein Glück :)"


    "Wir können uns morgen sehen wenn du willst kuss"


    Na gut.


    Sie schickt mir daraufhin zwei Fotos von sich aus einem Restaurant mit Palmen im Hintergrund...


    Ich schaue auf das erste Foto auf meinem Handy und traue meinen Augen nicht.


    Dann auf das zweite Foto.


    Und denke nur: Das kann jetzt nicht wahr sein. ^^


    Wir hatten damals eine ziemlich intensive und zeitweise chaotische Sugar-Geschichte miteinander. Seit Monaten kein Kontakt mehr. Und jetzt finde ich ausgerechnet sie wieder.


    Paris, Millionen Menschen, unzählige Profile...


    ... und MSD denkt sich vielleicht:


    "Ach, die beiden hatten noch nicht genug miteinander zu tun."


    Und das Lustige ist die Vorgeschichte: Damals, als unsere Beziehung zu Ende ging, wollte sie mir noch eine andere Studentin vermitteln.


    Und sieben Monate später denke ich auf MSD, ich lerne eine andere Studentin kennen und bekomme... mein ex-SB geliefert.


    Manchmal habe ich wirklich den Eindruck, mein Sugardating-Leben wird von einem fremden Drehbuchautor geschrieben, der langsam die Bodenhaftung verliert. :D


    Ist euch sowas Absurdes auch schon mal passiert?

    Liebe SD, jeder von uns hat sicher schon einmal eine Situation bei einem Date erlebt, bei der man argwöhnisch wurde oder die sogar gefährlich war. Was habt Ihr schon erlebt?


    Bei der Überschrift musste ich spontan an eine bizarre Nacht denken: Am Ende waren meine Kreditkarten verschwunden, meine Begleiter ebenfalls, die Polizei hatte meine Personalien aufgenommen und stellte mir Fragen über die junge Frau, mit der ich unterwegs gewesen war...

    Ja, genau das ist das Problem. Der Typ kann sich im Zweifel den teuren Anwalt leisten, während sie aus Angst, Scham oder weil sie befürchtet, dass ihr Umfeld davon erfährt, sich nicht einmal traut, zur Polizei zu gehen.


    Ein SB hat mir irgendwann eine Geschichte erzählt, die ziemlich genau dazu passt. Sie hatte einen Mann über MSD kennengelernt, und die ersten Treffen verliefen offenbar vollkommen normal. Irgendwann wurde er zunehmend aggressiver und hat sie schließlich bei einem Treffen im Hotelzimmer vergewaltigt.


    Danach war sie völlig fertig. Zur Polizei ist sie trotzdem nicht gegangen, u.a. weil der Typ ihr auch noch gedroht hatte.


    Das Krasse war für mich, wann sie mir davon erzählt hat. Wir waren zu dem Zeitpunkt schon mehr als sechs Monate zusammen. Sie kannte mich also längst und vertraute mir. Und trotzdem hatte sie diese Geschichte die ganze Zeit mit sich herumgetragen.


    Das zeigt, wie tief so etwas sitzen kann und wie wenig man als Außenstehender davon mitbekommt.


    Und genau deshalb finde ich den Gedanken "Dann soll sie halt zur Polizei gehen" in solche Situationen zu einfach. Von außen erscheint das vollkommen logisch. Für die Betroffene können Angst, Scham, Drohungen und die Sorge, dass Familie und Freunde davon erfahren, aber eine enorme Hürde darstellen.


    Als wir darüber sprachen, sagte sie mir, sie habe nichts unternommen, weil sie Angst vor intimen Fragen und vor der Offenlegung privater Nachrichten hatte. Das alleine kann schon genügen, damit jemand gar keine Anzeige erstattet.

    ich denke viele gerade ältere Männer unterschätzen wie gut und schnell junge Frauen das Mindest eines Mannes einschätzen können.


    Ich glaube auch, dass viele Männer völlig unterschätzen, wie schnell und teilweise erstaunlich zuverlässig Frauen bestimmte Eigenschaften und Verhaltensmuster eines Mannes wahrnehmen und einschätzen können.


    Gerade wenn eine Frau eine Zeit lang auf MSD unterwegs ist, braucht sie irgendwann keine fünf Dates mehr, um bestimmte Muster zu erkennen.


    Interessanterweise gibt es dazu sogar einen Forschungsbereich, die sogenannten "Thin-Slice Judgments".

    ja nicht nur as äußere, klar da habe ich auch schon üble Storys gehört oder auch viel gewalttätiges, nein ich denke viele gerade ältere Männer unterschätzen wie gut und schnell junge Frauen das Mindest eines Mannes einschätzen können.

    Ich denke nicht das dies verzerrte Stichproben sind. Fast jede Frau sagt dir das sie so froh ist wenn sie von der seite wegkommt alleine wegen den vielen üblen Nachrichten.

    Das ist jetzt sehr großer Goodwill von dir zu schreiben das die meisten hier im Forum charmant wären, wenn das hier die Elite ist dann kannst du dir ja vorstellen wie der Schnitt ist ;)


    Ja, solche wirklich krassen Geschichten habe ich auch schon mitbekommen. Auch wenn ich nicht beurteilen kann, ob immer alles so passiert ist, wie es mir erzählt wurde. Bei manchen Sachen dachte ich: Das kann doch jetzt nicht wirklich dein Ernst sein...


    Andererseits frage ich dann auch, warum mir eine Frau sowas überhaupt erzählen sollte, wenn gar nichts davon stimmt.


    Eine Frau erzählte mir beispielsweise von einem Typen, den sie auf MSD kennengelernt hatte und der sie später im Hotelzimmer geschlagen hat. Sie hatte danach solche blauen Flecken, dass sie sich eine Ausrede einfallen lassen musste, um mehrere Tage nicht nach Hause zu gehen.


    Eine andere hatte einen Mann über MSD kennengelernt, der sie anschließend auf Social Media ausfindig machte und ihren Eltern schrieb, ob sie eigentlich wüssten, "was ihre Tochter so alles anstellt, wenn sie nicht zu Hause ist".


    Und eine andere erzählte mir von einem Mann, der nach der Trennung überhaupt nicht loslassen konnte und ihr mehrmals viel Geld überwies damit sie zu ihm zurückkommt. Offenbar war sein Ego durch ihre Zurückweisung ziemlich angekratzt. Irgendwann fand er ihre Privatadresse heraus und schickte anonyme Briefe an ihre Eltern.


    Also ja, wenn auch nur ein Teil dieser Geschichten so passiert ist, gibt es auf MSD schon ziemlich krasse Gestalten.


    Und ja, wenn ich mal die "halbprofessionellen Hobby-Escorts" ausklammere, deren Profil man gefühlt seit Ewigkeiten auf MSD sieht, habe ich tatsächlich auch den Eindruck, dass viele Frauen froh sind, wenn sie irgendwann einen "vernünftigen Mann" gefunden haben und von MSD wieder weg können.


    Das wurde mich schon erstaunlich oft so oder ähnlich gesagt.


    Und wenn ich mir manche der Geschichten anhöre, kann ich es sogar verstehen.

    wenn es stimmt das er aus gutem Hause ist, Geld genug hat und einfach diese Erziehung die man sich mit Geld nicht kaufen kann, das spüren Frauen.


    Über diesen Satz musste ich tatsächlich etwas nachdenken.


    Du bist ja schon sehr lange hier im Forum unterwegs und kennst deshalb wahrscheinlich besser als die meisten hier den "Typus Sugardaddy" - falls es den überhaupt gibt. ;)


    Interessanterweise musste ich dabei an die Beiträge von MrYerg denken, als er 2023 von der damaligen MSD-Party zurückkam und ziemlich erstaunt über das männliche Publikum berichtete (Kleidung, Pflege, Auftreten usw.).


    Die meisten SDs hier im Forum scheinen ja durchaus zivilisierte Zeitgenossen zu sein. ;)


    Deshalb erstaunt es mich immer wieder wenn ich die zahlreichen Nachrichten von Frauen lese, mit denen ich auf MSD schreibe:


    "Der Typ hatte komische Fantasien."

    "Der wollte, dass ich gleich zu ihm nach Hause komme."

    "Der hat mir Bilder von vor zehn Jahren geschickt und war danach beleidigt, als ich es ihm beim Date gesagt habe."

    "Der war nicht nur schlecht angezogen, sondern roch auch noch beim Date nicht besonders gut."

    "Der war fast schon aggressiv, als ich ihm beim Date sagte, es würde für mich nicht passen."

    "Ich hatte den Eindruck, einen großen Jungen vor mir zu haben."

    "Der hat mir gleich Kokain angeboten."


    Und lauter solcher Geschichten...


    Natürlich ist das eine ziemlich verzerrte Stichprobe. Eine Frau wird mir vermutlich eher von dem völlig absurden Date erzählen als von dem höflichen, gepflegte Mann, mit dem sie zwei Stunden nett essen war und bei dem es einfach nicht gefunkt hat.


    Trotzdem fällt mir auf, wie oft es gar nicht um Geld oder mangelnde Großzügigkeit geht, sondern um ganz elementare Dinge: Auftreten, Körperpflege, Manieren, Ehrlichkeit, Grenzen, Sicherheit und darum, wie man mit einer Frau umgeht.


    Und vielleicht ist genau das der Punkt, den du mit "dieser Erziehung, die man sich mit Geld nicht kaufen kann" meinst.

    Naja, wobei ich das etwas relativieren muss. ;)


    Die momentane Phase ist auch für meine Verhältnisse außergewöhnlich. Ich hatte schon ganz andere Zeiten. Da hatte ich genau ein SB und unsere Sugarbeziehung stand eine Zeit lang auf ziemlich wackeligen Beinen... Und gleichzeitig lief auf MSD, Tinder & Co praktisch gar nichts.


    Absagen, Kontakte, die nach ein paar Nachrichten im Sande verliefen, Frauen, die plötzlich nicht mehr antworteten, geplante Treffen, aus denen nichts wurde usw.


    Das Interessante beim Dating ist ja gerade, wie sehr es in Wellen verlaufen kann.


    Im Forum entsteht natürlich schnell ein anderes Bild, weil ich logischerweise eher über die Geschichten schreibe, bei denen tatsächlich etwas passiert, als über die 25. Unterhaltung auf MSD, die nach "Hey, wie geht's?" irgendwann kommentarlos eingeschlafen ist. ^^

    :D Ich musste kurz überlegen, ob ich darauf überhaupt antworten soll. Du darfst meine Geschichten selbstverständlich für Paulanergarten halten. ;)

    Du siehst hier nur einen Teil und nicht den ganzen Aufwand dahinter und all das, was nicht funktioniert: Die zahlreichen Kontakte, die im Sande verlaufen, die vielen Absagen oder all die Geschichten, aus denen am Ende (leider) nichts wird...

    Trotzdem: Prost zurück!

    Wenn das eigene SB plötzlich auf riesigen Werbeplakate zu sehen ist


    Ich habe gerade einen absolut surrealen Moment erlebt.


    Ich komme voller Vorfreude und mit einem riesigen Grinsen im Gesicht aus dem Juwelier. Emotional ganz nah bei K… (meinem SB). Und im nächsten Augenblick blickt sie mich lebensgroß an.


    Prinzipiell kenne ich das schon aus anderen Beziehungen (Schauspielerei, Leinwandpräsenz usw.), aber es trifft mich trotzdem immer wieder unvorbereitet. Bei K… hatte ich diese Seite an ihr noch gar nicht so richtig präsent im Kopf.


    Sie hatte mir zwar, als wir uns kennenlernten, erzählt, dass sie noch für mehrere Tage ins Ausland müsse (Paris, New York usw.), für diverse Aufträge (u. a. Werbung, Fotos usw.), aber ich hatte mir damals nicht viel dabei gedacht. Schließlich behaupten ja viele junge Frauen auf MSD, sie seien „Models“… was in 99 % der Fälle wahrscheinlich eher großzügig ausgelegt ist. ;)


    Ich weiß gerade nicht, ob ich stolz sein soll, mit so einer Frau zusammen zu sein, oder ob ich mich irgendwie von der ganzen Welt beobachtet fühlen soll… =O^^


    Eine Sugarbeziehung ist ja meistens etwas Intimes und Geheimes. Wobei es ihr ziemlich egal ist, ob wir uns auch in der Öffentlichkeit körperlich sehr nahe sind. Wir fordern es zwar nicht heraus und bleiben ein wenig diskret, sind aber auch nicht ständig auf der Lauer, ob uns jemand sehen könnte.


    Und trotzdem hat sich dieser kurze, surreale Moment angefühlt, als würde unser Privatleben plötzlich meterhoch mitten in der Stadt hängen.


    Ich glaube, das Merkwürdige war gar nicht unbedingt, sie auf einem riesigen Werbeplakat zu sehen, sondern dieser Zusammenprall zweier völlig verschiedener Versionen derselben Person.


    Noch wenige Minuten vorher kaufe ich ihr Ohrringe, eine Halskette, ein Armband und schließlich auch noch einen Ring. Eigentlich wollte ich anfangs nur die schönen Ohrringe kaufen.


    Ich kenne sie als die Frau, mit der ich mich oft treffe, die ich berühre, mit der ich rede und mit der ich inzwischen eine ganz persönliche Geschichte habe.


    Und dann gehe ich nichtsahnend durch die Stadt und plötzlich ist dieselbe Frau meterhoch im öffentlichen Raum zu sehen.


    Gerade eben war sie noch „meine K…“, Teil meiner privaten Welt. Und plötzlich gehört ihr Gesicht der ganzen Straße. Hunderte oder Tausende Menschen sehen dasselbe Gesicht, das für mich mit ganz persönlichen Erinnerungen und Gefühlen verbunden ist.


    Für einen kurzen Augenblick fühlte es sich tatsächlich an, als würde plötzlich die ganze Welt von unserer Beziehung wissen.


    Rational weiß natürlich kein einziger Mensch, der an diesem Werbeplakat vorbeigeht, irgendetwas von uns. Aber emotional fühlte es sich in diesem Moment genau umgekehrt an.


    Und gleichzeitig entstand dieses völlig paradoxe Gefühl, als wäre dadurch plötzlich auch ich in der Öffentlichkeit sichtbar geworden.


    Mir lief wirklich ein Schauder über den Rücken.


    Schmuck gekauft, mit einem riesigen Grinsen aus dem Laden gekommen, ein paar Meter weitergegangen und BÄM: K… in Überlebensgröße auf einem Werbeplakat.


    Und dieses völlig irrationale „Oh Gott, jetzt sieht uns jeder“, obwohl natürlich niemand irgendetwas sieht oder weiß... ^^