Mal noch zwei Gedanken:
1. Entscheidungen sind an ihren Alternativen zu messen. Was sind denn die Alternativen der jungen Frau aus schwierigen Verhältnissen im betreuten Wohnen, um jetzt mal bei diesem Fall zu bleiben?
Ich kenne genug junge Mädchen, die mit 18 Jahren dann im Bordell und damit im "Massengeschäft" waren. Andere wiederum haben dann zum Beispiel Drogen vertickt und durch eine mehrjährige Haftstrafe ihren Lebenslauf nachhaltig ruiniert.
Da wäre Sugardating mutmaßlich die bessere Alternative gewesen, selbst jene Art von Sugardating, das eigentlich nur ein netterer Begriff für Prostitution ist.
Das entbindet dann allerdings immer noch nicht den Sugardaddy von seiner Verantwortung, auf eine Verbessung der Gesamtumstände hinzuwirken (vielleicht Hilfestellung bei der Aufnahme einer Ausbildung) und selbstverständlich auch, sich nicht wie ein Arschloch zu verhalten.
2. Reife ist nicht nur eine Frage des Lebensalters, sondern auch anderer Umstände. Da diese schwer objektivierbar sind, stellt das Strafrecht rein auf das Alter ab. Dennoch gibt es junge Frauen, bei denen es mit 18 Jahren noch zu früh ist. (Und selbstverständlich gibt es auch Frauen, bei denen es nicht "zu früh" ist, sondern die generell nicht für solche Beziehungen geeignet sind.)
18 Jahre ist also ein notwendiges, kein hinreichendes Kriterium. Als Sugardaddy sollte man versuchen, alle Kriterien zu erfassen und zu bewerten (interessante Frage, wie das realisiert werden soll, wenn man sich gleich im Hotel trifft...). Und als Forenteilnehmer sollte man vielleicht nicht über Konstellationen urteilen, deren Gesamtumstände man nicht kennt.