Alltägliche und nicht-alltägliche Situationen mit den jungen Damen

  • Schönheit sehen


    In den letzten Wochen ist mir etwas aufgefallen, worüber ich vorher nie nachgedacht hatte.


    Es gibt Menschen, die Schönheit betrachten.


    Und es gibt Menschen, die in Schönheit denken.


    Den Unterschied erkennt man nicht am Preis einer Handtasche oder an der Marke eines Schmuckstücks. Sondern an Kleinigkeiten.


    Ich habe mit einer jungen Architekturstudentin stundenlang über Smaragd-Anhänger gesprochen. Nicht über den Preis. Nicht darüber, ob es Gold oder Silber sein soll. Sondern darüber, ob die Kette zu dick ist. Ob die Öse einen Millimeter zu groß wirkt. Ob der Anhänger frei beweglich ist. Ob die Proportion stimmt.


    Irgendwann schrieb sie einfach:


    « Lui... il est parfait. »


    In diesem Moment wurde mir klar, dass wir gar nicht über Schmuck sprachen.


    Wir sprachen über Wahrnehmung.


    Dasselbe fiel mir bei ihren Fotos auf. Keine Selfies. Jede Aufnahme wirkte komponiert. Linien. Licht. Farben. Nichts schien zufällig gewählt. Sie studiert Architektur. Vielleicht ordnet sie deshalb nicht nur Räume, sondern auch Bilder.


    Ein paar Tage später rief sie mich per FaceTime an.


    Sie wollte gar nicht viel reden.


    Sie wollte, dass ich mir ein Klavierstück anhöre.


    Nach wenigen Minuten wollte ich etwas analysieren. Sie lächelte nur und sagte:


    « Écoute jusqu'à la fin. »


    "Hör bis zum Ende."


    Dieser Satz hat mich mehr beschäftigt, als ich zunächst dachte.


    Vielleicht versuchen wir Männer im Sugardating manchmal zu schnell, Dinge zu erklären. Zu beeindrucken. Zu organisieren.


    Dabei vergessen wir etwas.


    Manche Frauen suchen keinen Mann, der ihnen die Welt erklärt.


    Sie suchen jemanden, der bereit ist, sie gemeinsam mit ihnen zu betrachten.


    Seit dieser Begegnung ertappe ich mich dabei, Bücher aus dem Regal zu holen, die ich seit Jahren nicht mehr geöffnet habe. Handke. Kundera. Quignard.


    Nicht, weil sie mich darum gebeten hätte.


    Sondern weil manche Menschen den Blick verändern.


    Vor einem Jahr hätte ich wahrscheinlich geschrieben:


    "Sie ist wunderschön."


    Heute würde ich eher schreiben:


    "Sie betrachtet die Größe einer Öse."


    Und vielleicht beschreibt dieser Satz besser als alles andere, warum manche Begegnungen in Erinnerung bleiben.

  • Das hast du wieder schön geschrieben und da ist was Kranich denke auch viel Sd machen den Fehler das sie glauben nur weil die Frauen jung sind müssen sie den erklärbar machen, dabei öffneneinem gerade junge Menschen den Blick auf sachen die man gar nicht mehr wahrnimmt

    Ich muss leider meine Signatur wieder ändern, da ich den Platz als sd Nr.1 verloren habe, Respekt mein lieber.

    an wen verrate ich nicht,, derjenige weiß es 8)

  • Das hast du wieder schön geschrieben und da ist was Kranich denke auch viel Sd machen den Fehler das sie glauben nur weil die Frauen jung sind müssen sie den erklärbar machen, dabei öffneneinem gerade junge Menschen den Blick auf sachen die man gar nicht mehr wahrnimmt


    Ja, du bringst es auf den Punkt: Viele ältere Männer verwechseln ihre Lebenserfahrung mit einer Art permanenten Lehrauftrag, weil sie glauben, der Jugend etwas voraus zu haben. Dabei übersehen sie die Blindheit, die mit den Jahren oft einhergeht: Die Routine, die den Blick abstumpft.


    Dass M..., diese junge Frau von gerade einmal zwanzig Jahren, mich dazu bringt, Handke, Kundera und Quignard aus dem Regal zu nehmen, dreht dieses verkrustete Machtgefüge komplett um. Nicht ich erkläre ihr die Welt. Sie bringt mir bei, sie wieder neu, ungefiltert, wahrzunehmen.

  • Sicherlich nehmen Menschen die Welt sehr unterschiedlich wahr. Oft begegnet uns das, was wir erwarten oder worauf wir unseren Blick richten. Wer einen Sinn für das Schöne hat, entdeckt meist nicht zuerst das Komische oder Absurde in der Welt. Der eine sieht den bemitleidenswerten Obdachlosen auf einem Feld, der andere die wunderschönen Blumen, und ein Dritter erkennt vor allem ein attraktives Grundstück.


    Für das Sugardating ist es vermutlich wichtig, dass beide die Welt auf eine ähnliche Weise wahrnehmen. Während der eine sich in einem Museum langweilt, kann sich der andere stundenlang an der Kunst erfreuen.


    Mir persönlich ist Humor sehr wichtig – insbesondere schwarzer Humor und ein wacher Blick für das Absurde im Alltag. Ich finde, gerade die kleinen Widersprüche und Skurrilitäten des Lebens machen viele Situationen erst wirklich interessant.


    Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil schließt schwarzer Humor Feingeistigkeit keineswegs aus. Im Gegenteil: Oft setzt er ein feines Gespür für Zwischentöne, Ironie und die Widersprüche des Lebens voraus.

  • Ja, das stimmt. Der Blick für das Absurde schließt Feingeistigkeit nicht aus.


    Wenn mich M... mitten in der Nacht per FaceTime kein langes Gespräch aufdrängt, sondern möchte, dass ich einfach schweigend mit ihr einem weiteren Klavierstück lausche, ist das Feingeistigkeit.


    Und im nächsten Moment, dieselbe Frau, die sich noch wie eine Muse inszeniert hat, erzählt mir plötzlich, dass sie panische Angst vor dem Pförtner ihres Hauses hat, der sie ständig anbaggert und sich zu gut mit ihrer Familie versteht – weshalb unser nächstes Treffen kurzzeitig im Chaos versinkt.


    In so einem Moment muss man über die wunderbare Absurdität des Lebens lachen können.

  • Ja, du bringst es auf den Punkt: Viele ältere Männer verwechseln ihre Lebenserfahrung mit einer Art permanenten Lehrauftrag, weil sie glauben, der Jugend etwas voraus zu haben. Dabei übersehen sie die Blindheit, die mit den Jahren oft einhergeht: Die Routine, die den Blick abstumpft.


    Dass M..., diese junge Frau von gerade einmal zwanzig Jahren, mich dazu bringt, Handke, Kundera und Quignard aus dem Regal zu nehmen, dreht dieses verkrustete Machtgefüge komplett um. Nicht ich erkläre ihr die Welt. Sie bringt mir bei, sie wieder neu, ungefiltert, wahrzunehmen.

    Ich bin da sowas von bei Dir. Was durfte ich schon alles neues lernen und erfahren . Hätte ich mich nie getraut. Und auch die Welt wieder mit offenen Augen zu sehen und zu genießen. Eigentlich unbezahlbar. Ich denke aus diesem Grunde schieße ich als auch mal über das Ziel hinaus :(

  • Ich bin da sowas von bei Dir. Was durfte ich schon alles neues lernen und erfahren . Hätte ich mich nie getraut. Und auch die Welt wieder mit offenen Augen zu sehen und zu genießen. Eigentlich unbezahlbar. Ich denke aus diesem Grunde schieße ich als auch mal über das Ziel hinaus :(


    Das ist ein schönes und ehrliches Geständnis. Ich glaube, dieses "Über das Ziel Hinausschießen" ist einfach sehr menschlich.


    Wenn die Welt durch die Augen eines anderen Menschen wieder an Farbe gewinnt, dann will man sich natürlich erkenntlich zeigen.

  • Die Magie von MSD ist ja, dass man neben allem Banalen, Blöden, TG.-orientierten (und manchmal handfest Kriminellem) auch highlights erlebt, die in Erinnerung bleiben …


    Mein Favorit: ich habe mich über Msd einmal mit einer Strafrichterin am OLG getroffen. Sie war Mitte 30 und wollte einfach mal etwas Anderes erleben. Wir trafen uns also zum Mittagessen (sie war etwas nervös, da sie Kollegen im selben Restaurant „fürchtete“) und haben uns sehr amüsant unterhalten… Leider hat es sexuell nicht so richtig gefunkt, aber ich stelle mir immer noch vor, wie sie vormittags Schwerverbrecher verknackt und nachmittags dann ihren SD trifft…

  • Kann man eine Sugar-Erfahrung als Rap erzählen?


    Zwischen Gucci, Ballons und Blaulicht - Ein Songtext fürs Kapitel "F..."


    Hallo zusammen,


    nach den ganzen Diskussionen hier im Forum über Erwartungen, Enttäuschungen, habe ich versucht ein ziemlich wildes Kapitel zu verarbeiten.


    F... 19 Jahre, Gucci, Dior, Adidas, Wodka-Red-Bull, Lachgas-Ballons und eine Energie, die irgendwo zwischen absoluter Faszination und rohem Chaos schwankte. Die Geschichte hat am Ende eine ziemlich scharfe Wendung genommen, inklusive Polizeieinsatz um 5 Uhr morgens und gesperrte Kreditkarten, aber was mir geblieben ist, ist das nicht mal der Ärger.


    Da sie exzessiv French Trap und Street-Rap gehört hat (Ninho, RK, Lacrim), wollte ich die Geschichte ursprünglich genau in diese Musik packen. Aber ich bin kein Gangster-Rapper aus der Banlieue. Ich bin Beobachter, Flaneur.


    Deshalb ist daraus kein klassischer Rap geworden, sondern eher eine filmische Skizze aus Bildern, Widersprüchen und Melancholie. Ein Text aus der Perspektive des Mannes, der mitten im Rausch steht, ohne ganz dazuzugehören und der für einen Moment in eine Welt eintaucht, die längst nicht mehr seine ist...


    Titel: 03:47 / Sommer ohne Morgen


    (Beat: Ruhig, melancholisches Piano, dunkler Herzschlag-Bass)


    [Strophe 1 – Die Ankunft]


    Place Saint-Louis.

    Der Sommer liegt schwer über Metz.

    Ich sitze im Schein der Lichter,

    Um mich herum nur Zwanzigjährige.

    Ich bin die Stille im Raum – und trotzdem fallen Blicke.

    Gucci auf dem Asphalt, Dior um die Brust,

    Snapchat leuchtet, Wodka-Red-Bull im Glas,

    Ich trete in deine Welt - ohne Ziel, ohne Maß,

    Und vergesse für einen Moment, wie alt ich bin.


    [Refrain]


    Weißt du noch?

    Lachgas-Ballons gegen den Sternenhimmel.

    Ein Lächeln im Rückspiegel, das keine Zukunft will.

    Zwischen Gucci und Blaulicht

    Ging die Nacht verloren,

    Aber die Bilder bleiben für immer.

    On s'en fout du futur, t'as du feu ?

    Ein Blick auf die Straße, der Verstand verliert Macht.

    Bébé fais pas le flic, c'est Metz dans la nuit !


    [Strophe 2 – Der Rausch der Bilder]


    Ein dicker BMW hält kurz ohne Licht.

    Das Fenster gleitet herunter, ein kurzer Deal im Schatten.

    Eins-Null-Zero Euro, gib das Geld aus der Bank!

    Der Ballon steigt auf, der Kopf wird krank.

    Fünfzig aus dem Automaten,

    Hundert will sie.

    Ich sage nein.

    Die Nacht hört auf zu lächeln.

    Keine Zukunft, kein Plan, schreit sie.

    Schnelle Schatten, rohes Adrenalin,

    Kein Plan für morgen, nur das Heute auf den Lippen.

    Ich frage nicht nach Namen, ich frage nicht nach Sinn,

    Ich bin nur der Mann, der mitten im Rausch beobachtet.


    [Strophe 3 – Die Stille]


    Die Straßen nach Deutschland sind leer.

    Das Morgengrauen zieht langsam durch die Frontscheibe.

    Sie schläft auf dem Beifahrersitz.

    Nimmt meine Hand, legt sie leise unter ihr Top,

    Direkt auf ihre Brust.

    Kein Wort. Nur das Atmen einer Fremden.

    Ich fahre stumm durch die Dämmerung,

    Meine Hand auf ihrer Haut,

    Und wünsche mir für einen Lidschlag,

    Diese Fahrt würde niemals enden.

    Pack das Geld, das blitzt!

    Ich habe dich getragen wie ein Prinz im Märchenfilm...

    Tu comprends rien, Alter!

    Wir nehmen, was wir will'n!


    [Outro]


    (Beat bricht plötzlich ab. Nur noch das Ticken eines Blinkers und ein leises Sirenenheulen in der Ferne)


    Später auf dem Rücksitz:

    Zwei Euro aus meinem Portemonnaie.

    Drei Kreditkarten fehlen.

    Sirenen in der Ferne.

    Blaulicht spiegelt sich im Asphalt.

    Der Beamte schaut mich an.

    "Wissen Sie eigentlich, wie alt sie ist?"

    Kein Groll.

    Nur Stille.

    Nur die Kälte der Straße.

    Mehr blieb von der Nacht nicht übrig.

    Und auf dem Display blinkt leise: Lena.

  • Die Magie von MSD ist ja, dass man neben allem Banalen, Blöden, TG.-orientierten (und manchmal handfest Kriminellem) auch highlights erlebt, die in Erinnerung bleiben …


    Mein Favorit: ich habe mich über Msd einmal mit einer Strafrichterin am OLG getroffen. Sie war Mitte 30 und wollte einfach mal etwas Anderes erleben. Wir trafen uns also zum Mittagessen (sie war etwas nervös, da sie Kollegen im selben Restaurant „fürchtete“) und haben uns sehr amüsant unterhalten… Leider hat es sexuell nicht so richtig gefunkt, aber ich stelle mir immer noch vor, wie sie vormittags Schwerverbrecher verknackt und nachmittags dann ihren SD trifft…

    das nenn ich mal auch einen netten spagat, aber hey wenn frau mal was anderes erleben möchte....wir sind ja alle nur dabei wegen der erinnerungen oder?

  • Wenn das Unberechenbare vom Kick zur Ermüdung wird – Das Ende mit meiner 18-jährigen Rapperin


    Es ist zwei Uhr nachts. Ich sitze vor meinem MacBook und kaue an meinen jüngsten Erlebnissen. Eigentlich müsste ich längst schlafen, aber dafür kreisen zu viele Gedanken in meinem Kopf.


    Die Geschichte mit meiner 18-jährigen Rapperin ist zu Ende gegangen.


    Angeblich Rapperin. Als wir uns im Club kennenlernten, erzählte sie mir, sie würde Texte schreiben. Bis heute habe ich keine einzige Zeile davon gelesen. Vielleicht hat sie das damals auch nur gesagt, um sich interessanter zu machen. Dabei hätte sie das gar nicht nötig gehabt.


    Wir hatten ausgemacht, dass sie das Wochenende bei mir verbringt. Essen gehen, Wellness, Sauna, einfach Zeit miteinander. Am Nachmittag schrieb ich ihr noch: „Vergiss deinen Badeanzug nicht.“ – „Klar, Schatz.“ Als ich abends losfahren wollte, plötzlich die Planänderung: Ihre Schwester habe Last Minute vier Tage Spanien gebucht, sie müsse am nächsten Tag mit und könne deshalb doch nicht das Wochenende bei mir verbringen. Ich war enttäuscht und genervt und hatte eigentlich keine Lust mehr, überhaupt zu ihr zu fahren. Aber sie ließ nicht locker. Sie wollte mich unbedingt sehen. Fragte immer wieder, ob ich komme. Irgendwann ließ ich mich breitschlagen. Unterwegs sollte ich ihr noch Absolut Vodka, Red Bull und Zigaretten besorgen. Auf der Autobahnraststätte gab es keinen Vodka, nur die Zigaretten. Während der Fahrt rief sie dauernd an: Wo bist du? Wie lange brauchst du noch? Den Alkohol könnten wir auch woanders kaufen.


    Als ich sie schließlich abholte, war ich eigentlich schon todmüde. Dann kam sie in einem süßen rosa Kleid an. Sehr feminin, völlig anders als sonst. Und für einen kurzen Moment war sie wieder da, diese Faszination. Wir gingen noch in eine kleine Boutique, die spät geöffnet hatte, und besorgten den Rest. Eigentlich wollten wir uns anschließend einen ruhigen, diskreten Ort suchen, an dem wir einfach zu zweit sein konnten. Doch kaum hatte sie Alkohol, Red Bull und Zigaretten, musste das Ganze natürlich auf Snapchat. Und damit änderte sich der Abend.


    Plötzlich meldeten sich jede Menge Freunde und Freundinnen, die ebenfalls etwas davon abhaben wollten. Wir gingen schließlich zu zwei Freundinnen von ihr. Die beiden waren übrigens ausgesprochen nett und erstaunlicherweise wesentlich besser drauf als sie. F. dagegen nahm mich kaum noch wahr. Und irgendwann merkte ich etwas, das mich selbst überrascht hat: Ich hatte keine Lust mehr. Nicht nur keine Lust mehr auf diesen Abend. Die ganze Magie war plötzlich weg.


    Dabei hatte mich gerade ihre Unberechenbarkeit von Anfang an unglaublich fasziniert. Bei ihr wusste ich nie genau, welche F. ich bekommen würde. Eine Zusage von ihr war ein bisschen wie Lotto. Vielleicht kam sie überschwänglich und hing sofort an mir. Vielleicht frech und völlig aufgedreht. Vielleicht plötzlich ganz still. Vielleicht änderte sie fünf Minuten später irgendeinen Plan. Dieses Nicht-ganz-Wissen war ein wesentlicher Teil dessen, was mich an ihr elektrisierte. Dazu ihre Jugend, ihre Spontaneität und diese wilde Welt, die so weit von meinem normalen Alltag entfernt ist. Wahrscheinlich funktionierte das gerade deshalb so gut, weil es nicht meine Welt war.


    Nur hatte ich heute zum ersten Mal das Gefühl, die andere Seite derselben Eigenschaften wirklich zu erleben. Spontan war plötzlich nicht mehr aufregend, sondern unzuverlässig. Verrückt nicht mehr faszinierend, sondern chaotisch. Ungehemmt nicht mehr sexy, sondern ermüdend.


    Und aus der geheimnisvollen Welt einer 18-Jährigen wurden irgendwann nur noch Snapchat, Alkohol, Kiffen, andere Drogen, irgendwelche Leute, die auftauchten, laute Musik und ständiges Starren aufs Handy. Ich saß irgendwann mitten in dieser Welt und dachte: Was mache ich eigentlich hier? Vielleicht war es deshalb sogar gut, fast ein bisschen heilend, sie einmal so zu erleben.


    Denn ich kannte auch eine ganz andere F. Das lange Wochenende bei mir. Die Nacht, in der sie neben mir schlief und meine Nähe suchte. Der Morgen, an dem sie ausgeschlafen und strahlend aufwachte. Der Nachmittag nach dem Essen, als sie noch ein bisschen schlafen wollte und wir uns wieder zusammen hinlegten. Das war nicht nur Club, Alkohol und Nachtleben gewesen. Deshalb hatte ich ja geglaubt, dass da vielleicht noch etwas anderes zwischen uns existiert. Vielleicht tat ihr gerade dieser Kontrast gut. Ruhe. Essen. Schlafen. Nähe. Ein Wochenende weit weg von ihrer üblichen Welt. Vielleicht aber auch nur einmal.


    Irgendwann bin ich einfach gegangen. Nicht weil wir uns gestritten hätten. Nicht weil irgendetwas Dramatisches passiert wäre. Sondern weil ich plötzlich nichts mehr von diesem Abend wollte. Vielleicht hätte unsere Geschichte einfach mit diesem einen langen Wochenende enden sollen. Dann wäre eine ziemlich verrückte, schöne Erinnerung geblieben.


    Denn etwas Interessantes ist heute passiert: Diese Unberechenbarkeit, die mich anfangs faszinierte, ist innerhalb eines Abends von aufregend zu anstrengend gekippt. Und damit hat sich auch mein Blick auf sie verändert. Sie ist sowieso viel zu jung für das, was ich eigentlich suche. Und intellektuell ist da vermutlich wenig, was uns verbindet. Kaum gemeinsame Interessen, kaum Gespräche, von denen ich noch Stunden später zehre. Und trotzdem wäre es gelogen zu behaupten, sie sei für mich uninteressant gewesen. Im Gegenteil. Diese Frau hat emotional und erotisch irgendeinen ziemlich präzisen Schalter in mir gefunden. Sonst würde ich nicht nachts um zwei mehrere Seiten über sie schreiben. Ich liebe ihre inneren Schamlippen … und allein dass mir ausgerechnet jetzt so eine intime körperliche Erinnerung durch den Kopf geht, während ich gleichzeitig weiß, dass ich sie nicht mehr wiedersehen möchte, sagt eigentlich alles über diesen Widerspruch.


    Ich kann eine Frau körperlich wahnsinnig begehren und gleichzeitig erkennen, dass sie überhaupt nicht in mein Leben passt. Sehr starke sexuelle Anziehung macht aus zwei Menschen noch keine guten Partner.


    Vielleicht ist genau das die Erkenntnis: Eine Frau kann einen wahnsinnig anziehen und trotzdem überhaupt nicht zu einem passen.


    Wir waren emotional offensichtlich an ziemlich verschiedenen Orten. Und vielleicht ist heute deshalb nicht einfach ein schlechter Abend zu Ende gegangen. Es ist etwas in meinem Bild von ihr zerbrochen. Komischerweise bin ich darüber inzwischen nicht einmal mehr besonders traurig. Vielleicht musste ich sie einfach einmal in ihrer eigenen Welt erleben, um zu verstehen, dass das, was mich an ihr so faszinierte, gleichzeitig genau das ist, weshalb sie für das, was ich eigentlich suche, nicht funktioniert. Ausgerechnet ihre Unberechenbarkeit hatte mich elektrisiert. Und ausgerechnet ihre Unberechenbarkeit hat die Geschichte beendet.

  • Interessante Geschichte und wahrscheinlich gut, dass du eher früher als später den "Absprung" geschafft hast.


    Erinnert mich an eine Beziehung, die ich mal hatte... Und die mich fast 2 Jahre meines Lebens gekostet hat. Sie hatte bipolare Störung.

  • In sexuellen Begehren sollte man keine Liebe, Freundschaft, Frau für das Leben suchen.


    Das sexuelle Begehren ist doch schon genug.


    Das ist wahrscheinlich der Punkt, an dem Menschen sehr unterschiedlich funktionieren. Ich kann sexuelle Anziehung nicht von Emotionen und Gefühlen trennen. Zumindest nicht, wenn ich eine Frau mehrmals sehe und wir neben Sex auch viel Zeit miteinander verbringen, reden, essen gehen, zusammen einschlafen und aufwachen.


    Ich weiß nicht, wie andere Männer das schaffen - vielleicht können manche tatsächlich Sex und Gefühle voneinander trennen. Bei mir verstärkt das eine eher das andere.


    Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen uns. Ich suche nicht in jedem sexuellem Begehren Liebe. Aber Sex wird für mich erst richtig intensiv, wenn auch Gefühle und Vertrautheit entstehen. Und wenn das passiert, nehme ich eben in Kauf, dass ein Ende auch wehtun kann.


    Natürlich ist diese Fähigkeit, Begehren und Gefühle miteinander zu erleben, nicht risikolos. Aber solange ich es an Frauen verschenke, die diese Tiefe auch erwidern und schätzen können, ist es mir dieses Risiko wert. Mit zwei SBs habe ich derzeit Frauen in meinem Leben, bei denen genau diese Synthese aus Gefühl und sinnlicher Anziehung aufblühen, ohne dass ich mich dabei selbst verliere.

  • Ich verstehe Novellist sehr gut. Mein SB mag ich mehr als ich mir jemals dachte. Manchmal träume ich davon mit ihr mein Leben zu verbringen. Und dann stelle ich wieder fest, die Leben sind völlig verschieden. Will ich das wirklich. Ja in der Zeit wo sie bei mir ist steht die Zeit still und es ist alles besonders. Aber dann erzählt sie von ihrem Partys, Alkohol usw. und dann denke ich - könnt e ich damit echt leben. Eher nein. Aber sie macht das nur, wenn ich nicht dabei bin wenn ich da bin bin ich der Mittelpunkt und alles ist so schön traumhaft. Und wie das Wort sagt "Traum" Aber ein schöner und ich hoffe er geht noch sehr lang

  • Ich werde auf Ihre Partys eingeladen. Die finden meistens sowieso bei mir statt, weil ich mehr Platz habe. Ich finde das lustig.


    Und ja, letztens hat eine gekotzt, aber wenigstens stilsicher in den Sektkühler. Drogen wurden such konsumiert.


    Wenn einem das nichts mehr gibt, sollte man über ein älteres SB nachdenken.

  • Ich werde auf Ihre Partys eingeladen. Die finden meistens sowieso bei mir statt, weil ich mehr Platz habe. Ich finde das lustig.


    Und ja, letztens hat eine gekotzt, aber wenigstens stilsicher in den Sektkühler. Drogen wurden such konsumiert.


    Wenn einem das nichts mehr gibt, sollte man über ein älteres SB nachdenken.

    ja also ich denke hier sollte man nicht die Generation über einen kämm scheren, gibt viele in der alterstruktur 18-24 die mit Drogen Rauchen und Alkohol gar nichts zu tun haben wollen, deutlich mehr wie zu meiner Zeit ^^

    Ich muss leider meine Signatur wieder ändern, da ich den Platz als sd Nr.1 verloren habe, Respekt mein lieber.

    an wen verrate ich nicht,, derjenige weiß es 8)

  • Ja, so jemanden kenne ich auch. Mindestens 4 mal pro Wochen in das Fitnis Studio, keine Drogen, kein Alkohol,nicht Rauchen, gesunde Ernährung. Die hat auch eine Top Figur.


    Ihre Freunde/Freundinnen sind ätzend langweilig und sie ist auch nicht gerade der Party-Löwe. Ist auch klar, wenn sich die Gedanken hauptsächlich um SELBSToptimierung drehen, was braucht es da andere.


    Das wäre wie von jemanden, der hauptsächlich reich werden will, Großzügigkeit zu erwarten.🤷‍♂️


    Du zahlst immer einen Preis. All in One gibt es nur in Büchern oder Filmen.

  • Genau und ich denke diese Gruppe ist in der Mehrheit und ganz ehrlich mir auch deutlich lieber als die Party typen. Drogen, Rauchen und viel Party machen sind für mich persönlich red Flags, das braucht es nicht um interessant zu sein.

    Aber ich gebe dir recht auch da gibt es einen Teil der es mit der Selbstoptimierung übertreibt, ist wie immer , die Menge macht das Gift

    Ich muss leider meine Signatur wieder ändern, da ich den Platz als sd Nr.1 verloren habe, Respekt mein lieber.

    an wen verrate ich nicht,, derjenige weiß es 8)