Die Thematik des Meldens von Profilen bei MSD wurde hier schon mehrfach diskutiert. Meine Einstellung dazu ist seit geraumer Zeit, dass das keine dauerhafte Abhilfe schafft, da die User gesperrter respektive gelöschter Profile sich einfach erneut registrieren und ihr Unwesen weiter treiben. In meiner Anfangszeit habe ich selber noch Fakes, Scammer etc. gemeldet, aber schnell feststellen müssen, dass der Aufwand insbesondere dann, wenn MSD um die Überlassung von Chatverläufen bittet, sich nicht rentiert. Derartige Profile habe ich irgendwann schlicht nur noch blockiert.
Nachdem ich über die gesamten Weihnachtsfeiertage "SB-los" war, habe ich mal einen kleinen Test gestartet, wie MSD mittlerweile mit Meldungen umgeht. Dazu habe ich mir ein neues Profil erstellt, außerdem zwei weitere alte Accounts genutzt. Bei allen besteht jeweils nur eine Basismitgliedschaft; die normalerweise nur ein Minimum an Daten enthaltenden Profile habe ich dazu etwas gefüllt.
Bei den "meldewürdigen" Profilen habe ich mich auf die konzentriert, die im Profiltext ganz offen oder zumindest sehr eindeutig nur Onlinekontakte suchen, geklaute oder problemlos im Web zu findende Fotos verwenden und Kontaktdaten zu Telegram, Instagram usw. mehr oder weniger offensichtlich nennen. Nirgendwo hätte demnach Einsicht in einen eventuellen Chat genommen werden müssen. Ihre Verteilung innerhalb Deutschlands geschah willkürlich, auch ohne Beschränkung auf bestimmte Alterskategorien.
Insgesamt habe ich 43 Profile gemeldet, davon acht durch zwei meiner Profile. Es lässt sich natürlich nicht sagen, ob sich von den Gemeldeten jemand selber gelöscht hat und ob es jeweils noch Meldungen anderer Nutzer gab. Am 30. Dezember waren von diesen 43 Profilen noch 29 online, davon 24 mit den beanstandeten Inhalten.
Nun kann man argumentieren, dass der MSD-Support zwischen Weihnachten und Neujahr nur eingeschränkt besetzt ist, allerdings verlangt man von den VIP- und Diamond-Mitgliedern für diesen Zeitraum auch keine geringeren Beiträge, also sollte der Service zumindest nicht signifikant geringer ausfallen.
Am 3. Januar konnte ich von den 43 Profilen nach wie vor 21 aufrufen, von denen 18 nicht verändert wurden. Welche dieser nicht mehr vorhandenen Profile in anderer Form wieder auf MSD aufgetaucht sind, ist kaum zu verifizieren, allerdings bin ich mir in acht Fällen sicher, dass es eine "Auferstehung" gab.
Zum Stichtag 10. Januar waren noch 19 dieser Profile online, 14 dabei unverändert.
Das Fazit ist auf jeden Fall äußerst ernüchternd und erweckt bei mit klar den Eindruck, dass MSD ziemlich halbherzig gegen Fakes und Scammer vorgeht. Dass insbesondere freizugebende Profiltexte so oft Angaben beinhalten, die laut MSD nichts auf der Plattform zu suchen haben, kann eigentlich nur bedeuten, dass sie gar nicht oder nur sehr eingeschränkt überprüft werden.