Die Raumpflegerin

  • Nun, sie ist schlicht zu alt geworden und hat deshalb aufgehört.

    Meine Raumpflegerin möchte mich nicht mehr besuchen, nicht mehr für Schönheit und Glanz meiner Räume sorgen. Ein leiser Abschied, unspektakulär, aber endgültig. Und so ist es an der Zeit, nach etwas Neuem Ausschau zu halten.


    Damit stellt sich mir eine Frage, die ich gern an euch weiterreichen möchte: Nach welchen Kriterien wählt ihr eigentlich eure Raumpflegerin aus?


    Geht es in erster Linie um den Preis?

    Darum, dass schnell, gründlich und effizient geputzt wird?

    Oder spielt mehr hinein – ein gewisses Charisma vielleicht, eine Art Präsenz, die den Raum nicht nur reinigt, sondern belebt? Darf sie unterhalten, lachen, eine kleine Geschichte dalassen zwischen Staubtuch und Staubsauger? Muss sie etwas Besonderes mitbringen, etwas, an das man vorher nie gedacht hat, das sich aber später als unerwarteter Luxus erweist?


    Ich frage bewusst offen, fast suchend. Eher als Brainstorming denn als konkrete Ausschreibung.


    Meine letzte Raumpflegerin sprach kein Deutsch, nur Englisch. Sie kam aus der Karibik und brachte diesen schwer zu beschreibenden, leichten karibischen Charme mit: eine Selbstverständlichkeit im Lachen, eine Gelassenheit im Tun. Sie lachte über alles Mögliche, führte mit dem Staubsauger gelegentlich ein kleines Tänzchen auf – und ja, ich mochte das sehr. Neben ihren handwerklichen Qualitäten brachte sie etwas mit, das man in keiner Stellenanzeige formulieren kann: eine Art heitere Gegenwart, die den Alltag für einen Moment weniger ernst machte.


    Und genau das bringt mich zurück zur Frage:

    Wie ist das bei euch?

    Was darf, was soll, was muss eine Raumpflegerin mitbringen?

    Ist sie Dienstleisterin – oder für ein paar Stunden Teil des eigenen Kosmos?


    Ich bin gespannt auf eure Gedanken.

  • Ich war "Gute Fee" in einem Haus.

    Daraus entstand nach meiner Intention, anzusprechen, was mich erfüllt, nach eineinhalb Jahren mein erstes Arrangement der Art, die ich suche. 😏


    Also ja, ich brachte wohl einiges mit.


    Würde ich Personal suchen, wäre mir aufgrund der Privatsphäre sehr wichtig, dass man sich versteht, vertraut und um die Loyalität und Verlässlichkeit weiß.

    Aber ich weiß, dass Ansprüche und Prioritäten sehr unterschiedlich sind.


    Manchmal ist die oberste Priorität, einfach nur wenig zu zahlen.

  • Man muss fast froh sein, wenn man überhaupt jemanden findet. Es erscheint mir fast einfacher ein SB als eine Reinigungskraft zu finden.


    Im letzten Jahr war ich ebenfalls auf der Suche. Einige haben Interesse bekundet, zu einem Gespräch ist aber nur ein Bruchteil erschienen. Nach zwei Flops, die ich nach jeweils einem Mal höflich verabschiedet habe, fiel meine Wahl auf eine Afrikanerin, wohlwissend, dass sie aufgrund einer Umschulung nur begrenzt für anderthalb Jahre Zeit haben würde.


    Diese sind nun bald vorüber, so dass ich nun wieder suche, bisher jedoch ohne auch nur den geringsten Erfolg gehabt zu haben.


    Die Ansprüche schraubt man irgendwann immer weiter nach unten. Ich muss mich mit ihr unterhalten können, sie muss gründlich reinigen, dabei nichts zerstören.

  • Zwischen 15,00 und 20,00 EUR. Ballungsraum NRW. Was man hier massenweise findet, sind Frauen jeden Alters aus Rumänien, Bulgarien, Albanien etc., die aber in der Regel kein Wort Deutsch können. Meistens schreibt deren Mann oder Freund, später immer verbunden mit der Aussage, die Frau verstehe aber alles. Was natürlich nie stimmt. ;)


    Ansonsten sind auf einschlägigen Portalen ca. 95% Karteileichen, Profile, die teilweise seit Jahren brach liegen. Dagegen ist MSD das Paradies. ^^


    Nachteilig ist natürlich, dass der Umfang der Arbeit nicht so riesig ist.


    Mit meiner derzeitgen Reinigunsgskraft unterhalte ich mich in einem Gemisch aus Englisch, Französisch und ein paar Brocken Deutsch.

  • Darum nutze ich keinen ÖPNV. Mich für ein paar Euro fahren zu lassen finde ich überheblich und asozial.


    Selbst fahren ist für mich Ausdruck von Selbstfürsorge .....😉


    Ich hoffe du gehst nie in ein Restaurant, kochst immer selbst, nähst deine Kleidung und verbrennst selbstreflektiert deinen Müll.


    Allerdings dürfte es bei dir streng riechen. Dein Geschäft stets im Garten verrichtend. Das wäre doch der Gipfel der Arroganz Menschen für ein paar Euro deinen Stuhlgang entsorgen zu lassen.



    Ich buchte eine Raumpflegerin immer über eine Agentur und wenn sie gut war, warb ich sie ab. Das hat den Vorteil einer erheblichen Vorauswahl durch die Agentur und du kannst jederzeit den Wunsch äußern, jemand anders möge doch das nächste mal kommen.


    Derzeit sind die Stundenlöhne in meiner Region bei ca. 29 Euro. (Sehr identisch). Darin enthalten, Versicherung, Sozialversicherung für die Putzkraft, Steuern usw.


    Wie viele Stunden pro Woche habt ihr eine Putzhilfe und was ist zu tun: Haus, Wohnung, auch Bügeln, Gartenpflege usw.

  • Privat habe ich keine. Für die Firma habe ich nach einigen Fehlschlägen die Lebenshilfe beauftragt.
    Da arbeiten Menschen in Betreuung mit der einen oder anderen Einschränkung.

    Das ist vernichtend günstig, was aber nicht der Grund für die Beschäftigung ist,

    Mir sind wichtig, dass alle Versicherungen und gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind und vor allem Loyalität und Korrektheit.

    Die Reinigungsleistung ist - je nachdem wer kommt (uns ist jemand fest zugeteilt, der aber auch mal krank ist oder Urlaub hat - dann kommt jemand anderes) - eher durchschnittlich. Die Menschen sind nicht immer kommunikativ und manche müffeln sogar.

    Aber sie sind glücklich, diesen Job zu haben und dafür wertgeschätzt zu werden.

    Für jemanden, der eine regelmäßige Grundreinigung erwartet, ist das in Ordnung. Will man jemanden haben, der auch den letzten Flecken oder Krümel detektivisch erwischt, ist das keine Option.

    Mein Ansprechpartner kommt so alle halbe Jahre für einen kurzen Check-Up und man kann dann auch ganz flexibel den Umfang der Arbeiten festlegen.

  • DerMannderkann Aus sozialer Sicht ist das sicherlich lobenswert, löst aber letztlich nicht das "Problem".


    Es ist leider in vielen Wirtschaftszweigen schwierig geworden, Personal zu finden. In der Gastronomie fällt es nach dem Ende der Lockdowns auf, im Bereich der Haushaltshilfen und Reinigungskräfte besteht das sogar noch länger. Dass ich jetzt jemanden habe, der schon seit mehr als einem Jahr bei mir ist, ist beinahe schon als Glücksfall zu bezeichnen.

  • Bei 400 Euro pro Date ist das ein Schnäppchen.


    Ich habe auch 25 Euro pro Stunde geboten. 3 Stunden pro Woche.


    Sie muss hinfahren, zurück fahren, sollte sie nicht staatliche Leistungen nebenbei bekommen, sich Kranken versichern, für Feiertage/Urlaub vorsorgen, an die Rente denken... hat nicht permanent Aufträge.


    Da bleibt nicht viel.