Liebe SD, jeder von uns hat sicher schon einmal eine Situation bei einem Date erlebt, bei der man argwöhnisch wurde oder die sogar gefährlich war. Was habt Ihr schon erlebt?
Mein spannendstes Erlebnis war vor einigen Jahren ein Polizeieinsatz im schönen Heidelberg. Ich traf mich damals mit einer Studentin, die im Umland wohnte. Nach einem Dinner ging es ins Hotel, das direkt am Neckar gegenüber lag – Blick auf Altstadt und Schluss inklusive. Romantisch!
Zum Schluss des Dates brachte ich mein SB angesichts der Dunkelheit noch zu ihrem Auto, das sie an der Uferstraße unweit des Hotels geparkt hatte. Wir umarmten uns, sie stieg in ihr Auto, ich ging in Richtung des Hotels zurück. Sekunden später sprach mich eine Joggerin an: „Entschuldigen Sie bitte, mir ist gerade etwas seltsames aufgefallen. Gerade als Sie die Dame am Auto umarmten, sprang vor mir ein Mann aus dem Gebüsch und wollte auf Sie zulaufen. Als er mich sah, verschwand er schnell wieder im Gebüsch.“
Logisch, da stimmte etwas nicht. Mein SB fuhr gerade los, ich winkte ihr und stieg zu ihr ins Auto. „Fahr bitte mal auf den Hotelparkplatz, hier stimmt etwas nicht“, sagte ich ihr. Sie war ebenfalls verwundert, als uns ein weißer Golf mit Ludwigshafener Kennzeichen überholte: „Das ist doch das Auto der Mutter meines Ex!“ Klar, von einem Ex hatte sie nichts erzählt. Wir gingen also wieder auf das Zimmer, wo sie mir erzählte, dass sie sich gerade von ihrem eifersüchtigen Freund getrennt hatte. Das konnte lustig werden…
Wir waren gerade zehn Minuten auf dem Zimmer, als wir auf dem dunklen Hotelparkplatz einen Mann rufen hörten: „Kommt sofort raus, ich weiß, dass Ihr da drin seid!“ Kurz danach erhielt mein SB eine Nachricht über Instagram von Ihrem Ex: „Ich weiß, dass Ihr da drin seid, ich habe ein Messer dabei!“ Wir hatten das Zimmer dunkel gelassen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Eine Minute später war er bereits im Nebengebäude des Hotels, in dem unser Zimmer lag. Nach und nach klopfte er an die Zimmer und schrie: „Sofort aufmachen! Seid Ihr hier drin?“
Meinem SB schärfte ich ein, unter keinen Umständen einen Laut zu geben. Diese Situation könnte komplett aus dem Ruder laufen. An unserem Zimmer angekommen, klopfte ihr Ex auch bei uns an: „Hier drin müsst Ihr sein!“ Dann horchte er, ob sich im Zimmer etwas bewegte. Ich stand auf der anderen Seite der Tür und gab meinem SB ein Zeichen, ruhig zu bleiben. Dann entfernten sich die Schritte über die Treppe. Hinter dem Vorhang konnte ich sehen, dass ihr Ex weiter im Halbdunkel des Hotelparkplatzes stand und das Hotel beobachtete.
Alles war so schnell gegangen, dass ich erst jetzt die Ruhe fand, die Polizei zu rufen. In diesem Moment rief jedoch die Rezeption auf dem Zimmer an. Die Studentin, die nachts an der Rezeption saß, war hörbar aufgeregt: „Sie sind doch mit Ihrer Begleitung auf den Parkplatz gefahren? Hier war eben ein Mann, der sich nach Ihrer Zimmernummer erkundigt hat. Er sah gewalttätig aus, ich habe mich im Büro eingeschlossen und die Polizei gerufen. Die sollte gleich da sein.“ Und tatsächlich, Blaulicht und Martinshorn waren zu vernehmen.
Der Ex auf dem Parkplatz merkte das natürlich sofort und sprintete über die Straße ans dunkle Neckarufer. Der Streifenwagen war gerade auf den Hotelparkplatz eingebogen, die Beamten sprangen mit Taschenlampen heraus und folgten dem Flüchtigen ans Neckarufer. Leider vergeblich, seine Spur verlor sich im Dunkel der Nacht. Dafür rief die Polizei anschließend in der Hotellobby alle Zeugen zusammen: Die Rezeptionistin, die vom Ex aufgeweckten Gäste, mein SB und mich. Miss Marple hätte ihre helle Freude gehabt, als wir unsere Personalien angaben.
Jetzt bin ich gespannt, was Ihr in dieser Richtung schon erlebt habt!