Mein Problem ist folgendes:
Ich bin reich.
Und reiche Leute sind mir sehr unsympathisch.
Sie gehen mir auf den Sack.
(sagt man das nur in der Schweiz so?)
Natürlich nicht alle. Aber fast alle.
Das sind die Leute, bei denen aus meiner Sicht das Reichsein kein Zustand, sondern ein psychischer Befund ist.
Erich Kästner hat diese Spezies Mensch treffend charakterisiert:
"Denn reichen Leuten hat der liebe Gott Geld geben, weil sie sonst arm dran wären."
Ich fürchte, dass die Leute, die er meint, den Witz wohl nicht wirklich verstehen.
Am Schlimmsten finde ich die knausrigen Reichen, die sind leider sehr verbreitet, und die gehen mir wirklich grausam auf den Sack.
Ein Beispiel:
Ein Kollege von mir hat sich in seiner Jugend das Berufspilotenbrevet selbst finanziert.
Das war schwierig, langwierig und finanziell aufwendig (er ist nicht begütert).
Aber er hat es geschafft.
Heute fliegt er reiche Leute in ihren Business-Jets in der Welt herum.
Letzthin wurde er notfallmässig aufgeboten, der Herr wollte mit seinem Jet irgendwo nach Afrika.
Mein Kollege liess alles stehen und liegen, um schnell am Flugplatz zu sein.
Der reiche Herr weigerte sich, ihm die Taxirechnung vom Zug zum Flugplatz zu bezahlen.
Mein Kollege hatte für die Fr. 47.- vom Fahrer leider keine Quittung verlangt.
Der Mann wäre ohne seine Millionen wohl wirklich arm dran.
Sein Reichtum ist vor allem auch eine psychische Disposition.
So leid es mir tut:
Ebenso unsympathisch wie diese Leute sind mir ihre Sugarbabes.
Nicht deshalb, weil sie mit diesen Männern zusammen sind.
Sondern weil sie so gut zu ihnen "passen".
Geiz trifft auf Geldgeilheit. Glücklich können die zusammen nicht sein.
Meine Sugarbabes schauen im Schmuckladen nicht primär auf die Preisschildchen.
Sie schauen nicht, ob sie noch was teureres finden.
Sie suchen sich etwas aus, das ihnen Freude macht.
Und dann schaue wiederum ich nicht auf das Preisschildchen.
Ich habe wirklich das Glück, dass meine Babes nicht auf oberflächlichen Lifestyle und Status aus sind.
Sie würden nicht zu mir passen. Ich trage keine Rolex und fahre keinen Luxusschlitten.
Ich "repräsentiere" nichts.
Und dies ist wiederum keine demonstrative Lifestyle-Attitüde.
Ich brauche einfach keine Uhr. Ich finde so ein Ding am Handgelenk störend.
Und ein Auto ist in der Stadt Zürich eine höchst unpraktische Gerätschaft.
Ich fahre Tram und Taxi.
Taxi spätabends auch mal von weiter her.
Da kann ich vorher soviel trinken, wie ich möchte.
Damit kein Missverständnis aufkommt:
Ich habe nichts gegen Leute, die an einer schönen Uhr Freude haben.
Es kommt darauf an, weshalb sie sie tragen.
Oder weshalb sie in die "Kronenhalle" in Zürich essen gehen.
Wenn eine junge Frau das gerne mal erleben möchte, gehe ich natürlich mit ihr in die "Kronenhalle".
Sonst bin ich lieber in "Didis Frieden" und geniesse mein Cordon Bleu.
Ein gutes Beispiel ist auch die Zeit, als Tennis- und Golfspielen noch ein Statussymbol war.
Die meisten, die ich kannte, spielten nicht, weil es ihnen Freude machte.
Sondern weil sie nicht zu den Leuten gehören wollten, die nicht Golf spielen.
Der Satz ist mir übrigens grad so zugeflogen.
Ich finde ihn ziemlich gut. Einfach mal auf der Zunge zergehen lassen.
Er illustriert einen ziemlich tragischen Versuch, zu einer persönlichen Identität zu gelangen.
Entsprechend zeigt sich die Psyche dieser Leute im persönlichen Umgang.
Und die Psyche ihrer armen Sugarbabes.
Ihre Ausstrahlung ein einziges Unglück.
Manchmal schlägt meine Abneigung wirklich in Mitleid über. Für beide.
Ich habe das Glück, Sugarbabes zu haben, die sich einfach gerne von mir beschenken lassen.
Seelisch, körperlich und materiell.
Die Babes würden diese Reihenfolge wohl auf Rückfrage gutheissen.
Ich kann ihnen da alles geben, was sie wünschen.
Und sie wünschen sich viel. Und bekommen viel. Aber eben nicht nur Geld.
Dazu sind sie zu gierig. Sie wollen alles, alles, alles!
Soviel zum Thema Reichtum.
So, das wär's.
War höchste Zeit, dass ich mir hier ein paar Feinde mache...