Alltägliche und nicht-alltägliche Situationen mit den jungen Damen

  • Hallo zusammen,


    mir fällt hier im Forum immer öfter auf, dass der Ton rau sein kann – viel Zynismus, harte Kritik und gegenseitiges Angreifen. Dabei kann Sugardating, trotz aller Hürden, eine wunderbare Bereicherung des Lebens sein. Ich dachte mir, ich fange mal an, ein paar „leichtere“ Geschichten zu teilen.


    Die Kulisse: Samstagabend. Mein aktuelles SB (diejenige, bei der es sich gerade sehr nach etwas Langfristigem anfühlt) sitzt wahrscheinlich gerade auf einer schönen Terrasse im Süden. Ich freue mich jetzt schon auf ihre strahlenden Augen, wenn sie mir nach ihrer Rückkehr mit ihrer gewohnten Begeisterung vom Urlaub erzählt.


    Mein Handy zuckt ein paar Mal. Nachrichten kommen rein, aber ich merke: Ich habe heute absolut keine Lust auf ein Date. Dann muss ich an eine junge Dame denken, die ich vor ein paar Wochen getroffen habe und deren Fröhlichkeit mir so gut gefiel. Kurzerhand schreibe ich ihr: „Was machst du heute Abend?“


    Es dauert ein paar Minuten: „Nichts. Wieso?“ Ich: „Hättest du Lust auf einen lockeren Abend? Wir schauen uns eine Serie auf Netflix an und ich bestelle uns was zu essen.“ Ihre Antwort kam prompt: „Ohjaaaa! ❤️“


    Und so verbrachten wir einen herrlichen, sehr lustigen Abend zusammen vor dem Fernseher. Übrigens: Wer lachen will, dem kann ich die Netflix-Serie „Machos Alfa“ wärmstens empfehlen. Wir haben uns fast totgelacht.


    Tja, es geht beim Sugardating eben nicht immer nur um Sex, wie manch einer denken mag. 😉 Es hätte sein können, dass einer von uns Lust auf mehr gehabt hätte – aber an diesem Abend hatten wir beide nur eines im Sinn: gute Unterhaltung und Lachen bis zu den Bauchkrämpfen. Fast wie unter guten Freunden.


    Ich mag diese Momente. Und sie anscheinend ebenso. Sex ist etwas Tolles, aber ein Abend mit echtem Lachen hat seinen ganz eigenen Charme.

  • Von goldenen Karten, italienischem Tuch und dem Lächeln dazwischen.


    Eine kleine Geschichte, die für mich den Kern dessen trifft, warum wir dieses Hobby eigentlich betreiben. Es geht um die Momente zwischen den Zeilen.


    Die Kulisse: Nachmittags in einer meiner Lieblings-Boutiquen für italienische Herrenmode. Die Verkäuferin, eine Dame mit über 20 Jahren Erfahrung, kennt meinen Geschmack (und meine spendable Ader) nur zu gut. Während wir über Farbkombinationen und Stoffe philosophieren, entspinnt sich eine Szene wie aus einem modernen französischen Arthouse-Film.


    Ein älterer Herr betritt den Laden, an seiner Seite eine bildhübsche, junge Frau. Schlank, elegant, teuer gekleidet - das geschulte Auge erkennt sofort: Hier wird ein Arrangement gelebt. Ich beobachte das Spiel der Blicke, während ich auf einem der schweren und komfortablen Sessel warte. An der Kasse zückt er die goldene Kreditkarte, sie lehnt sich diskret an ihn - ein Bild, das viele von uns kennen. Es ist die sichtbare Seite des Sugardatings: Investment gegen Präsenz.


    Es war ein wunderbarer Kontrast zwischen der diskreten Eleganz der Boutique, den feinen Standesunterschieden und dem "Offensichtlichen" an der Kasse zu meinem eigenen, inneren Geheimnis.


    Das "In-sich-hinein-Lächeln" als ultimative Form von Luxus.


    Während ich das Geschehen an der Kasse beobachte, vibriert genau in diesem Moment mein Handy. Eine Nachricht von meinem SB. Nichts Großes, nur etwas kurzes, Süßes. Während ich die Nachricht lese, merke ich, wie ich unwillkürlich zu strahlen beginne. Die Verkäuferin sieht mein Gesicht und lächelt wissend.


    Ich saß dort und sah innerlich ihr Gesicht bei unserem letzten Treffen, erinnerte mich an ihre Freude über eine kleine Überraschung vom Juwelier und spürte diese tiefe, ehrliche Herzlichkeit, die man mit keiner goldenen Karte der Welt erzwingen kann.


    Der Realitäts-Check: Kopfkino an der Supermarktkasse


    Zum Abschluss gab es noch eine Szene für die Lachmuskeln. Da ich nichts weiter brauchte, sprang ich kurz in den Supermarkt für eine Packung Kondome. Vor mir an der Kasse eine Mutter mit drei Kindern und eine junge Kassiererin. Die Blicke der Mutter auf das Kassenband und dann kurz zu mir... das kurze Zögern der Kassiererin... ich musste innerlich so lachen.


    Hätte ich noch die Latexhandschuhe für meine Putzfrau dazugelegt, das Kopfkino der Damen wäre vermutlich explodiert. (lach) Das perfekte Drehbuch für eine Verwechslungskomödie. Ich genoss einfach das amüsante Spiel der Vermutungen.


    Mein Fazit:


    Es ist schön, sich den Luxus leisten zu können. Aber der wahre Luxus ist nicht das, was wir an der Kasse bezahlen, sondern das Lächeln, das wir auf das Handydisplay zaubern (und das wir zurückbekommen), wenn gerade niemand zusieht.


    Genießt die Momente. Sie sind es, die am Ende den Unterschied machen.

  • Zum Abschluss gab es noch eine Szene für die Lachmuskeln. Da ich nichts weiter brauchte, sprang ich kurz in den Supermarkt für eine Packung Kondome. Vor mir an der Kasse eine Mutter mit drei Kindern und eine junge Kassiererin. Die Blicke der Mutter auf das Kassenband und dann kurz zu mir... das kurze Zögern der Kassiererin... ich musste innerlich so lachen.


    Hätte ich noch die Latexhandschuhe für meine Putzfrau dazugelegt, das Kopfkino der Damen wäre vermutlich explodiert. (lach) Das perfekte Drehbuch für eine Verwechslungskomödie. Ich genoss einfach das amüsante Spiel der Vermutungen.

    Erinnert mich an diesen Spot. ^^

  • ja, so kleine nette Anekdoten sammelt man einige im laufe der jahre, der Nachteil ist, das sd versaut einen total, ich könnte mir eine 0818 Standard Beziehung nicht mehr vorstellen.......

    Ich muss leider meine Signatur wieder ändern, da ich den Platz als sd Nr.1 verloren habe, Respekt mein lieber.

    an wen verrate ich nicht,, derjenige weiß es 8)

  • Erinnert mich an diesen Spot. ^^


    Ja, dieser Werbespot ist schon fast ein deutsches Kulturgut der Werbegeschichte.


    Meine eigene erlebte Szene mit den Latexhandschuhen hätte dem Ganzen die Krone aufgesetzt. ^^


    Nächstes Mal im Supermarkt, könnte ich noch einen drauf setzen. Da fallen mir ein paar spontane Ideen ein:

    - Der Dexter-Look: Kondome + eine Rolle extrastarke Müllbeutel + Klebeband + eine Packung Fleischermesser

    - Der Reue-Kauf: Kondome + rote Rosen + eine Packung "Sorry"-Pralinen + eine Flasche billiger Sekt

    - Der Optimist: Eine 12er Packung Kondome + eine Familienpackung Magnesium-Tabletten + eine Flasche isotonisches Sportgetränk.


    Sozusagen Kopfkino Deluxe für die Damen im Supermarkt oder an der Kasse. :D

  • Ich bin mir sehr sicher, dass Verkäufer nach mehreren Stunden Arbeit überhaupt nicht auf das achten, was wer kauft, geschweige denn, sich dazu irgendwas ausdenken.


    Hier ist wohl eher das eigene Kopfkino und die Wahrnehmung der Wichtigkeit die treibende Kraft. 😏

    Da hast du sicherlich nicht unrecht. Wahrscheinlich ist mein eigenes Kopfkino da die stärkste Triebfeder. ;) Aber keine Sorge, ich nehme mich selbst nicht so wichtig – am Ende sind wir ja alle nur Staubkörner im Universum.
  • Zwischen Autobahn-Chaos und dem Schlaf der Prinzessin


    Die Kulisse: Mein Auto. Zwei Stunden Autobahn vor uns.


    Baustellen, Radarfallen, das übliche Chaos. Neben mir eine junge Frau, die das Leben bisher nicht mit Samthandschuhen angefasst hat.


    Während ich mit meiner linken Hand am Steuer navigiere, hält sie meine rechte Hand und schaut sich meine Fingernägel an (ich war morgens bei der Maniküre).


    - "Weißt du", philosophiert sie mit ihrer süßen Ernsthaftigkeit, "gepflegte Hände und Schuhe sagen viel über einen Mann aus".


    Ich muss lächeln. Es ist dieser krasse Kontrast: Sie achtet auf solche Details, während ihre eigene Welt oft im Chaos versinkt.



    Zwei Stunden Leben im Zeitraffer


    Sie redet viel. Sie erzählt alles. Der endlose Kampf mit den Behörden um ihre Papiere. Den Schmerz und die Traurigkeit, die sie empfindet, weil ihre Kinder weit weg sind. Die Zweck-WG, wo sie auf einer winzigen Matratze schläft.


    - "Mehr brauche ich nicht", sagt sie. "Ein Bett, ein kleiner Schrank für meine Sachen."


    Und man glaubt ihr sofort. Sie ist eine Kämpferin, die Aldi- und Lidl-Prospekte nach Angeboten studiert. um ihre Tiefkühltruhe vollzumachen, sobald der Chef sie mal bezahlt.


    Dann nimmt mir ein LKW die Vorfahrt und hupt auch noch. Sie reißt das Fenster runter und brüllt ihn an - so richtig laut. Wie eine Löwin, die gelernt hat, sich zu wehren. Ich schaue sie von der Seite an und denke mir: Wie kann man gleichzeitig so wunderschön sein und so laut brüllen? Ich lache innerlich über diese ungefilterte Echtheit. Sie ist keine Kunstfigur, sie ist das pralle Leben.


    Der Ort, an dem die Welt draussen bleibt


    Irgendwann gewinnt die Müdigkeit. Sie sagt: "Es kann sein, dass ich einschlafe. Ich bin so müde." Sie entschuldigt sich fast schüchtern. Sie legt den Sitz zurück. Sie schaut mich lächelnd an, bevor ihre Augen zufallen.


    Während Adele aus den Lautsprechern singt, und ich versuche, mich auf die Straße zu konzentrieren, spüre ich, wie ihre Hand auf meinem rechten Schenkel langsam zur Ruhe kommt. In diesem Augenblick wird das Auto zu einer Art Schutzzone. Draußen das Chaos und die Welt, die an uns vorbeirast. Drinnen eine Frau, die bei mir endlich die Augen schließen kann, weil sie sich für ein paar Stunden sicher fühlt.


    Ich betrachte den Kontrast zwischen ihrer braungebrannten Haut und dem weißen Top - eine Ästhetik, die keine Inszenierung braucht. Später sitzen wir an einem sonnigen Platz in einer Stadt, in der sie noch nie war. Sie macht große Augen, als wäre sie in Disneyland.


    - "Mein Gott, ist das schön hier.", flüstert sie, während der Kellner serviert.


    Ich probiere in meiner ganzen Unbeholfenheit, mit ihrem Handy vernünftige Fotos von ihr zu machen, und denke mir: "Eigentlich müsste ich mal lernen, wie man richtig fotografiert." Und lache dabei. Sie schaut mich an und fragt zweifelnd:


    - "Ich sehe nie schön aus auf Fotos, oder?"


    Ich schaue sie an, während sie danach mit ihrer Familie telefoniert, und sehe, wie die Leute an den Nachbartischen sie anstarren. Ich genieße die neidischen Blicke der Passanten. Ich frage mich, ob sie überhaupt weiß, wie sehr sie den Raum erstrahlen lässt, sobald sie ihn betritt. Wahrscheinlich weiß sie es, aber sie nutzt es nicht aus - zumindest nicht wenn wir zusammen sind.


    Mein Fazit aus dieser Erinnerung:


    Manchmal sind wir mehr als nur der spendable Begleiter. Manchmal sind wir einfach der Ort, an dem jemand nach einem langen Kampf mal durchatmen oder einfach auf dem Beifahrersitz einschlafen darf.


    Wenn ich dann sehe, wenn wir zusammen in einem gehobenen Etablissement sitzen - einem Ort, den sie so nicht kennt - und dieses ehrliche, unbezahlbare Leuchten in ihren Augen sehe, wird mir klar: Wir haben oft keine Ahnung, was für ein Glück wir eigentlich haben.


    Es sind diese Momente der Dankbarkeit, die kein Kontostand der Welt aufwiegen kann. Diese Demut ist für mich der wahre Luxus.

  • Ich muss einfach schreiben wie schön ich das hier finde. Ich könnte es nicht so gut nieder schreiben aber musste beim lesen an eine ganz ähnliche situation denken, in der wir 8h auf deutschen autobahnen verbrachten. Und dabei fiel mir ein das meine süße mehrfach schon gesagt hat wie sie sich einfach nur entspannen und fallen lassen kann wenn wir zusammen sind...... ja so halt😊

    Danke für die kleine Erinnerungsauffrischung!

  • Ich muss einfach schreiben wie schön ich das hier finde. Ich könnte es nicht so gut nieder schreiben aber musste beim lesen an eine ganz ähnliche situation denken, in der wir 8h auf deutschen autobahnen verbrachten. Und dabei fiel mir ein das meine süße mehrfach schon gesagt hat wie sie sich einfach nur entspannen und fallen lassen kann wenn wir zusammen sind...... ja so halt😊

    Danke für die kleine Erinnerungsauffrischung!

    kenne ich 9 Stunden fahrt und sie sagt sie fühlt sich so wohl bei mir, dass sie ohne Probleme im Auto neben mir schlafen kann. Und der Anblick ist einfach nur süß

  • kenne ich 9 Stunden fahrt und sie sagt sie fühlt sich so wohl bei mir, dass sie ohne Probleme im Auto neben mir schlafen kann. Und der Anblick ist einfach nur süß

    Ja das sind wunderbare Momente, die man aber nur erfährt wenn man eben das sugardating als alternative Beziehungsform sieht und ein e richtige emotionale Verbindung sucht, Die tg,Hotelfraktion wird das nie verstehen können.

    Ich muss leider meine Signatur wieder ändern, da ich den Platz als sd Nr.1 verloren habe, Respekt mein lieber.

    an wen verrate ich nicht,, derjenige weiß es 8)

  • Von weißen Schuhen, dem Echo eines Lächelns und dem leeren Beifahrersitz


    Heute Morgen stand ich wieder vor meinen weißen Schuhen. Eigentlich wollte ich damals nur Schuhe kaufen. Das war der ganze Plan.


    Kein großes Abenteuer. Keine Liebesgeschichte. Keine Zukunftspläne. Einfach nur ein neues Paar Schuhe.


    Ich konnte damals nicht wissen, dass ausgerechnet dieses Paar Schuhe eines Tages zu den traurigsten Gegenständen meiner Wohnung gehören würde.


    Denn jedes Mal, wenn ich sie sehe, sehe ich nicht die Schuhe.


    Ich sehe D.


    Ich sehe uns durch die Geschäfte laufen. Ich höre ihr Lachen. Ich sehe ihre strahlenden Augen, als ich ihr ebenfalls ein Paar Schuhe schenkte. Damals war es nur ein schöner Nachmittag. Einer von vielen, glaubte ich.


    Heute weiß ich, dass manche Erinnerungen sich genau dann in unser Herz schleichen, wenn wir überhaupt nicht aufpassen.


    Das Merkwürdige an D ist, dass sie sich überall versteckt hat.


    In meiner Sonnenbrille.

    In einem Ring.

    Im Beifahrersitz meines Autos.

    In einer Schachtel Pralinen.

    Und in einem Geruch, den man nicht beschreiben kann, den man aber sofort wiedererkennt.


    Sobald wir uns trafen, begann immer dasselbe kleine Ritual. Kaum saß sie neben mir im Auto, griff sie nach meiner Sonnenbrille. Ohne zu fragen. Ohne nachzudenken. Sie setzte sie auf und lächelte dieses Lächeln, das mich jedes Mal schwach werden ließ. Kurz darauf zog sie ihren Ring vom Finger und steckte ihn mir auf meinen Zeigefinger. Immer. Jedes einzelne Mal. Es war nie abgesprochen. Nie erklärt. Und genau deshalb bedeutete es mir wahrscheinlich so viel.


    Damals dachte ich nicht darüber nach.


    Heute würde ich alles dafür geben, diese kleinen Gesten noch einmal erleben zu dürfen.


    Die großen Erinnerungen verblassen mit der Zeit. Restaurants. Ausflüge. Fotos. Selbst die Gespräche werden irgendwann unscharf. Aber die kleinen Dinge bleiben. Der Druck ihrer Hand in meiner. Ihr Kopf an meinem Arm während einer Autofahrt. Die Art, wie sie mich anschaute. Dieses besondere „Aha“, das nur sie so aussprechen konnte.


    Und dieser Geruch.


    Nicht Parfüm.


    Nicht Shampoo.


    Sondern D.


    Sie hatte kein Auto. Sie war ständig unterwegs. Busse. Züge. Haltestellen. Wind. Sonne. Regen. Ihre Haare rochen nach draußen. Nach Bewegung. Nach Leben. Nach ihr.


    Manchmal begegne ich heute auf der Straße einem ähnlichen Duft. Für einen Sekundenbruchteil bleibt mein Herz stehen. Mein Verstand weiß sofort, dass sie es nicht sein kann. Aber mein Herz braucht immer etwas länger.


    Eine meiner liebsten Erinnerungen ist eigentlich lächerlich klein.


    Wir saßen im Auto. Zwischen uns eine Schachtel Pralinen.


    Während andere Menschen Schokolade einfach essen, behandelte D jede einzelne Praline, als wäre sie ein kleines Kunstwerk. Sie biss langsam hinein, schloss kurz die Augen und strahlte. Nicht weil die Praline teuer war. Nicht weil sie etwas Besonderes war. Sondern weil sie sich ehrlich darüber freute.


    Ich saß daneben und beobachtete sie.

    Nicht die Straße.

    Nicht die Landschaft.

    Nur sie.

    Und ich erinnere mich, dass ich damals dachte, wie selten es geworden ist, Menschen zu begegnen, die sich noch so ehrlich über kleine Dinge freuen können.


    Heute sitze ich oft allein im Auto.

    Die gleiche Straße.

    Die gleiche Musik.

    Das gleiche Lenkrad.


    Und manchmal schaue ich unbewusst nach rechts.

    Als würde ich erwarten, sie dort zu sehen.

    Mit meiner Sonnenbrille auf der Nase.

    Ihrem Ring an meinem Finger.

    Einer Praline in der Hand.

    Und diesem unglaublichen Lächeln.

    Natürlich sitzt dort niemand.

    Nur ein leerer Beifahrersitz.


    Aber vielleicht ist genau das die Definition von Sehnsucht.

    Wenn ein leerer Platz mehr Präsenz hat als viele Menschen, die noch da sind.


    Manchmal frage ich mich, ob sie noch an mich denkt.

    Ob sie sich ebenfalls an die Schuhe erinnert.

    An die Sonnenbrille.

    An den Ring.

    An die Pralinen.

    An die vielen Stunden, in denen wir einfach nur wir waren.


    Ich kenne die Antwort nicht.

    Vielleicht werde ich sie nie kennen.

    Was ich aber weiß:

    Manche Menschen verschwinden aus unserem Leben.

    Aber sie verschwinden nie ganz aus den Dingen, die sie berührt haben.


    Und deshalb stehen heute noch immer diese weißen Schuhe in meinem Flur.


    Jeden Morgen.


    Still.


    Unscheinbar.


    Und doch erinnern sie mich jeden einzelnen Tag daran, dass es einmal einen Menschen gab, der mein Herz berührte und nie erfahren wird, wie tief die Spuren sind, die er hinterlassen hat.


    Genau dort lebt sie für mich bis heute weiter.

  • Ich glaube... mir ist gerade eine Träne die Wange herunter gelaufen....

  • Sehr romantisch geschrieben, ich hoffe mir passiert sowas nicht in diesem SB/SD. Ich würde leiden wie ein Hund.....

    Hatte aber auch ähnliche Momente bei meiner letzten, aber hab noch die Kurve bekommen, bevor es zu weh tat!

    Kopf hoch, die Zeit heilt ALLE Wunden, das brennen lässt nach, die Gedanken nicht, sollen sie auch nicht. gehört zu deinem Leben! Das du genießen durftest ;)

  • Sehr romantisch geschrieben, ich hoffe mir passiert sowas nicht in diesem SB/SD. Ich würde leiden wie ein Hund.....

    Hatte aber auch ähnliche Momente bei meiner letzten, aber hab noch die Kurve bekommen, bevor es zu weh tat!

    Kopf hoch, die Zeit heilt ALLE Wunden, das brennen lässt nach, die Gedanken nicht, sollen sie auch nicht. gehört zu deinem Leben! Das du genießen durftest ;)

    Ich glaube mir wird es genau so gehen, wenn es bei uns zu ende ist. Ich mag es mir gar nicht vorstellen. Vor allem da es bei mir reiner Zufall war und mir nicht vorstellen kann nochmals so jemanden zu finden

  • Zwischen Sehnsucht, Scammer und einer verlorenen Weed-Tasche


    Nachdem meine letzte Geschichte über die weißen Schuhe und das Echo einer Sehnsucht so viel Resonanz fand, möchte ich heute eine neue Episode teilen.


    Um zu verstehen, warum mein Kompass in diesen Tagen so heftig ausgeschlagen hat, muss ich kurz zum Anfang zurückspringen. Viele von euch haben mein quälendes Rätselraten der letzten Zeit mitbekommen. Diese Woche kam nun die endgültige Antwort – schwarz auf weiß, respektvoll, aber von einer brutalen Ehrlichkeit.


    Es war nicht die Entfernung, nicht das Geld, keine alltäglichen Missverständnisse, die uns getrennt haben. Die Wahrheit liegt tiefer, in ihrer Vergangenheit: Bevor wir uns kennenlernten, hatte sie eine Verlobung mit einem anderen Mann gelöst. Als wir zusammenfanden, war diese Wunde noch frisch – und während unserer gemeinsamen Zeit, so schön und real sie auch war, stellte sie fest, dass sie emotional noch nicht frei war. Sie hat sich nun entschieden, zu ihrem früheren Verlobten zurückzukehren, um ihr altes Leben und ihr Zuhause wieder aufzubauen.


    Es ist ein endgültiger Abschied, der wehtut, aber er hat mir eine unbezahlbare Klarheit geschenkt: Es lag nicht an mir. Und mit diesem tiefen Atemzug und meiner Antwort, die ich ihr mit erhobenem Haupt und ohne Bitterkeit geschickt habe, schloss sich dieses Kapitel.


    Der Vorhang fiel – und genau in diesem Vakuum zwischen dem Schmerz des Abschieds und der neuen Freiheit begann eine Woche, die mich einmal mehr lehrte, wie bunt, verrückt und vielschichtig dieses Hobby sein kann...


    Kaum war dieses Kapitel abgeschlossen, wurde es wieder turbulent.


    Die perfekte Kulisse aus dem Übersetzer


    Es begann vor wenigen Tagen mit einer Kontaktaufnahme, die sich las wie ein Hollywood-Drehbuch. Eine bildhübsche, junge Frau. Auf den Fotos die pure, unnahbare Ästhetik: Fitnessstudio, perfekt arrangierte Frühstücksteller, Tennis, Yoga. Und dazu eine Sprache, die so glatt, so fehlerfrei und voller poetischer Schmeicheleien war, dass man unwillkürlich stutzig wird.


    Sie schrieb mir Sätze über die Wichtigkeit von tiefer Verbindung und das Erhellen der Zukunft – eine digitale Poesie, die fast zu schön war, um wahr zu sein. Sie deutete an, finanziell vollkommen unabhängig zu sein, sprach vage von geschäftlichen Unterlagen und spiegelte in jedem Satz genau das, was ein Mann in Momenten der Ruhe gerne hört.


    Wir hatten sogar einen kurzen Videocall. Sie lächelte, wirkte schüchtern, legte nach wenigen Minuten wieder auf. Trotzdem blieb bei mir das Gefühl, dass hier sehr viel Fassade für eine High-End-Illusion aufgebaut wird. Jedenfalls habe ich beschlossen, die Sache entspannt zu beobachten und vorerst weder mein Herz noch mein Portemonnaie zu öffnen.


    Der Walzer der Ausreden


    Fast zeitgleich lief der nächste Walzer auf einer anderen Frequenz: Das große emotionale Kino. Eine Dame, die mich nach kürzester Zeit mit einer intensität an Texten überschüttete, die man wohl unter „Love Bombing“ verbuchen muss. Es fielen große Worte, es wurden zuckersüße Bilder geschickt. Die Dynamik wurde handfest, als ein Vorschuss für Bilder und das Budget für ein Flugticket flossen. Doch kaum war das Geld unterwegs, verwandelte sich die Logistik in ein Labyrinth aus bürokratischen Bankproblemen und einer Perioden-App, die im exakt passenden Moment akute Beschwerden und eine Verschiebung diktierte. Die Frage, ob sie tatsächlich am Flughafen stehen wird, bleibt ein absolut phantomhafter Krimi.


    Parallel dazu meldete sich eine Rumänin. Der Start war spektakulär: Innerhalb weniger Minuten bekam ich gefühlt den Inhalt ihres kompletten Fotoalbums zugeschickt. Sie erklärte mir, dass sie Medizin studiert habe und nun ihre Facharztlaufbahn anstrebe. Dann kam relativ schnell das Angebot für „online fun“ via Webcam gegen PayPal-Zahlungen.


    Als ich ihr sagte, dass ich eher an einem realen Treffen interessiert sei und anbot, ein Flugticket zu bezahlen, stellte sich heraus, dass zum Flugticket noch weitere Kosten notwendig wären. Geld für die Anreise, Geld für den Schönheitssalon, Geld für Verpflegung unterwegs und eine Reserve. Irgendwann waren wir bei mehreren hundert Euro Taschengeld zusätzlich angekommen, noch bevor die Reise überhaupt losging. Als ich am nächsten Morgen schrieb, dass ich Schwierigkeiten habe, mir vorzustellen, wie das praktisch funktionieren soll, kam nur noch ein kurzes: „Okay then lets forgot it.“ Damit war das Thema erledigt.


    Die Oase


    Eine Dame schickte mir Urlaubsgrüße aus dem Süden. Keine Liebeserklärungen, keine Geldforderungen, sondern echte, altmodische Höflichkeit. Wir unterhielten uns einfach über Musik, Reisen, Kleidung und völlig normale Dinge. An einem etwas nostalgischen Tag erzählte ich ihr sogar von meiner kleinen Geschichte über den leeren Beifahrersitz. Statt irgendwelcher Standardfloskeln bekam ich eine nachdenkliche Antwort zurück, die zeigte, dass sie tatsächlich verstanden hatte, was ich fühle. „Eine andere Person kann die Leere nicht auffüllen, aber sie anderweitig auffrischen“, schrieb sie mir. Das war überraschend erfrischend. Man vergisst manchmal, wie angenehm normale Kommunikation auf Augenhöhe sein kann.


    Das Zuhause im Hintergrund: Der Marihuana-Krimi


    Im Hintergrund läuft natürlich weiterhin meine Geschichte mit meiner „Regular“ (J.), mit der ich seit Januar eine Geschichte schreibe, die das pralle, ungefilterte Leben atmet.


    Sie gehört zur Generation, die Nachrichten nach 24 Stunden löscht, Fotos nur zur Einmalansicht verschickt und grundsätzlich zu spät kommt. Vor einem Konzert hatte sie einmal eine Verspätung, die mit einer spontanen Nagellack-Katastrophe erklärt wurde. Vor einigen Wochen war sie außerdem fest davon überzeugt, dass ihre Weed-Utensilien nach einer gemeinsamen Fahrt in meinem Auto verschwunden seien und fragte mich ernsthaft, ob ich sie heimlich entsorgt hätte. Allein dieser Verdacht in meinem sauberen Wagen hat mich so zum Lachen gebracht, dass ich ihr kaum antworten konnte.


    Sie kann anstrengend sein. Manchmal fordert sie Unterstützung für dies oder jenes, manchmal verschwindet sie wegen Prüfungsstress tagelang in ihrer eigenen Welt. Aber wenn sie merkt, dass ich mich zurückziehe, wird sie plötzlich erstaunlich aufmerksam. Dann kommen Nachrichten, Herzchen und das nächste Hotel-Date ist fix. Das ist vermutlich das Ehrlichste an dieser ganzen Geschichte.


    Mein Fazit nach dieser Woche:


    Je länger ich dabei bin, desto weniger beeindrucken mich perfekte Fotos, große Worte oder übertriebene Liebeserklärungen.


    Viel interessanter sind die kleinen Dinge. Die Dame, die plötzlich 400 Euro Zusatzkosten für den Friseur vor einem Flugticket benötigt. Das Phantom, das im Nebel der Ausreden tanzet. Die Frau, die tatsächlich zuhört, wenn man etwas Persönliches erzählt. Oder J., die ihr Marihuana sucht und dabei ausgerechnet mich verdächtigt.


    Am Ende sind es meistens genau diese kleinen, chaotischen und unperfekten Momente, die einem in Erinnerung bleiben.

  • Das Absurdeste an der ganzen Sache ist: Vor wenigen Wochen habe ich noch jede Nachricht dreimal gelesen und darüber nachgedacht.


    Heute schreibe ich parallel mit einer Belgierin, einer Französin, einer Österreicherin, einer Rumänin, einer Spanierin und einer weiteren Kandidatin, deren Profil aussieht wie das Ergebnis einer Kooperation zwischen Vogue und ChatGPT.


    Inzwischen muss ich teilweise nachschauen, wer mir was erzählt hat! Manchmal mische ich die Damen sogar durcheinander. ^^


    Neulich wollte ich einer Dame antworten und brauchte einen Moment, um mich zu erinnern, ob sie nun die Philharmonie-Freundin, die Medizinerin, die Spanierin oder die Flughafen-Kandidatin war.


    Das klingt vermutlich luxuriöser, als es ist.


    Tatsächlich zeigt es eher, wie merkwürdig Online-Dating manchmal funktioniert. Monatelang passiert fast nichts – und dann kommt plötzlich alles gleichzeitig. Nicht nur auf MSD, sondern auch auf Tinder, Bumble und den anderen üblichen Verdächtigen.


    Ich vermute, viele von euch haben dieses Phänomen selbst schon erlebt. Man konzentriert sich wochen- oder monatelang auf eine einzige Person. Und genau in dem Moment, in dem man loslässt, tauchen plötzlich mehrere neue Möglichkeiten auf.


    Ob das Zufall ist, weiß ich bis heute nicht.


    Aber erstaunlich ist es jedes Mal aufs Neue.